Erstellt am 26. März 2013, 10:42

Persönlichkeit kommt mit Amt. Markus Stefanitsch über die künftige politische Rolle von Norbert Darabos.

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„Mit der Funktion wachsen“ ist vor allem in der Politik ein weitverbreitetes Sprichwort. Oft unscheinbare Politiker entwickeln sich mit der Position oder Funktion zu echten Persönlichkeiten. Es geht aber auch umgekehrt.

Ex-Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) war und ist das Paradebeispiel. Vom gefeierten Partei- und Wahlkampfmanager wurde er quasi über Nacht zum Buhmann der Nation. Mit der Person Darabos hat das grundsätzlich nur wenig zu tun. Einen Vorwurf allerdings muss sich der ehemalige Burgenland-Minister gefallen lassen: Dieses Amt hätte er, trotz aller Verlockungen, nie annehmen dürfen. Auch wenn viele andere Minister der vergangenen Jahre keine Experten in ihren Ressorts waren, gerade beim Heer hat ein Zivildiener von Beginn an keine Chance. Noch dazu flogen die „Hackeln“ aus den eigenen Reihen und von seinen Kanzler-Chefs sehr tief. Und dass er das Amt tatsächlich nie sonderlich mochte, war wohl nicht nur den Parteisoldaten, sondern einer breiten Öffentlichkeit klar.

Mit dem Wechsel vom Ministerbüro in die SPÖ-Parteizentrale könnte Norbert Darabos aber jetzt wieder zu künftigen politischen Höhenflügen ansetzen: Sollte der Kroatisch Minihofer nämlich in den nächsten Monaten tatsächlich die SPÖ erfolgreich in die Nationalratswahlen führen, ist er plötzlich wieder Landeshauptmann-Kandidat im Burgenland. Dann werden die Leute nicht mehr an den geprügelten Verteidigungsminister, sondern an den erfolgreichen Wahlkampfstrategen denken, der dann bereits vier große Wahlen für die SPÖ gewonnen hat. Dann wäre der gleiche Norbert Darabos wieder jene Persönlichkeit, die er vor seinem „Einrückungstermin“ schon fast war.