Erstellt am 02. März 2016, 06:44

von Markus Stefanitsch

Personal: Regierung am Prüfstand. Markus Stefanitsch über die ersten internen Querelen in der rot-blauen Landesregierung.

Die rot-blaue Koalition im Burgenland ist dieser Tage erstmals so richtig auf die Probe gestellt worden. Beim Thema Tourismus wollte die FPÖ partout nicht von ihrem Standpunkt abweichen und statt dem bisherigen Tourismusdirektor Mario Baier einen „blauen Experten“ installieren. Sozusagen in letzter Minute haben FPÖ-Chef Hans Tschürtz und sein Landesrat für Wirtschaft und Tourismus, Alexander Petschnig, nachgegeben.

Hier dürfte das Zureden von SPÖ-Landeshauptmann Hans Niessl gefruchtet haben. Für die FPÖ im Nachhinein ein Glücksgriff. Denn in der Öffentlichkeit hätte es wohl kein Verständnis dafür gegeben, dass ein erst vor Kurzem auf fünf Jahre wiederbestellter Tourismus-Chef schon nach kurzer Zeit wieder abgelöst und im Verband als Frühstücksdirektor geparkt worden wäre. Noch dazu mit einem satten Gehalt ausgestattet.

Auch wenn die Regierungsparteien Friede, Freude, Eierkuchen signalisieren, so ist der Kuschelkurs hinter den Kulissen längst vorbei. Die FPÖ meldet – wie zu erwarten war – immer stärkere Besitzansprüche für gewisse Posten und Positionen im Land an. Damit begeben sich die Blauen aber auf dünnes Eis.

Denn gerade Schlagwörter wie „Postenschacher“ und „Parteibuch-Anstellungen“ sind ein gefundenes Fressen für die Oppositionsparteien. Hier kann die FPÖ in ihren Archiven nachlesen oder beim Bundespräsident-Kandidaten Norbert Hofer nachfragen.

Was die FPÖ beim Lesen jedoch freuen wird, ist die jüngste Tourismus-Statistik. Denn im Ressort Tourismus, das in den Bereich der selbst ernannten Heimatpartei fällt, gibt es eine Erfolgsmeldung: Im Vorjahr machten um sechs Prozent mehr Burgenländer Urlaub im eigenen Land.