Erstellt am 24. Februar 2016, 06:44

von Markus Stefanitsch

Poker um den ORF. Markus Stefanitsch über ein dezentes Treffen zwischen Landeschef Niessl und ORF-General Wrabetz.

Will man es überspitzt formulieren, kann man sagen: Sie können nicht mit-, aber auch nicht ohne einander.

Die Rede ist nicht von SPÖ und ÖVP, sondern von der Politik und dem ORF. Das liegt meist weniger an den handelnden Personen, sondern vielmehr am System an sich: Der ORF muss die Politik zwar einerseits kritisch hinterfragen, muss aber andererseits alle wichtigen Personalfragen auch von der Politik absegnen lassen. Hier werden fast alle Führungskräfte im ORF schon vom Start weg in eine bestimmte parteipolitische Schublade gesteckt.

In diesem Jahr steht wieder die Wahl des ORF-Generaldirektors und damit verbunden die der anderen Direktoren und Landesdirektoren an. Aus diesem Grund war in der Vorwoche Alexander Wrabetz bei Burgenlands Landeshauptmann Hans Niessl zu Gast, um sich bereits im Vorfeld den nötigen Rückhalt zu sichern. Und man kann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass Wrabetz die Stimme des Burgenlandes bekommen wird.

Denn seit im Herbst der ehemalige Niessl-Büroleiter Martin Ivancsics die nicht immer parteilinientreue Brigitte Kulovits-Rupp als Stiftungsrat abgelöst hat, zählt das burgenländische Mandat wieder fix zum „roten Freundeskreis“. Der zweiten Wiederwahl von Alexander Wrabetz im August dürfte, sofern nichts Außergewöhnliches passiert, also nichts mehr im Wege stehen.

Beim Wrabetz-Gespräch wurde naturgemäß auch über das Landesstudio Burgenland gesprochen. Dem Vernehmen nach gibt es seit den Landtagswahlen und der neuen Regierung Spannungen zwischen Land- und Funkhaus. Ein Schelm, wer hier denkt, dass Hans Niessl etwaige Personal-Wünsche bei Alexander Wrabetz bereits deponiert hat.