Erstellt am 24. April 2013, 07:23

Positives Zeichen gegen rechts. Markus Stefanitsch über einen bemerkenswerten Schritt in FPÖ Burgenland.

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Man kann zu FPÖ-Chef Hans Tschürtz und seiner Partei stehen, wie man will – das jüngste Krisenmanagement hat bestens funktioniert. Noch mehr: Mit der Absetzung von Landesgeschäftsführer Géza Molnár hat Hans Tschürtz dem ganz rechten Flügel innerhalb der Partei eine kräftige Absage erteilt.

Die FPÖ ist natürlich nach wie vor weit weg von einer liberalen Partei, aber der jüngste Schritt hat zumindest Signalwirkung. Hans Tschürtz hat sich ein wenig der pannonischen Gangart angepasst und versucht auch als Oppositionspolitiker, sachliche Standpunkte vor polternde Wirtshausreden zu stellen. Dass er selbst die ganz rechte Politik ablehnt, bringt er authentisch rüber. Dass er damit nicht bei allen in der Partei gut ankommt, hat er vergangene Woche bei seiner Wiederwahl als Landesparteichef mit nur 71 Prozent ernüchternd feststellen dürfen. Einzig sein guter Draht zu Parteichef HC Strache dürfte ihn gerettet haben.

Mit Géza Molnár verliert Tschürtz auf jeden Fall den Mastermind der Partei. Der nunmehrige Ex-Klubdirektor hat im Hintergrund die Fäden gezogen, egal ob in rechtlichen Fragen oder heiklen gesetzlichen Fällen im Land. Wo Tschürtz drauf gestanden ist, war Molnár drinnen. Rein fachlich wird der 28-Jährige für die FPÖ nur schwer zu ersetzen sein, ideologisch für Tschürtz allemal.

Diese parteipolitische Basisarbeit muss sich der FPÖ-Chef neu erarbeiten und neue Köpfe finden. Denn durch das Köpferollen ist vorerst eine Revolution abgesagt worden, aber innerhalb der Partei brodelt es nach wie vor. Und sollten die Nationalratswahlen für die FPÖ in die Hosen gehen, dann hat neben Strache auch Tschürtz (wieder) ein massives Problem.