Erstellt am 29. Juni 2011, 00:00

Prölls Einfluss ist logisch. HARALD KNABL über Erwin Prölls Image als graue Eminenz der Bundespolitik.

 |  NOEN, Franz Baldauf
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Verniederösterreichisierung. Was für ein Unwort. Und trotzdem wurde es oft in den Mund genommen in der letzten Woche. Die ÖVP macht wieder auf Obmanndiskussion. Und das wenige Wochen nach dessen Kür. Den Steirern, den Oberösterreichern, zuletzt auch den Salzburgern ist der Einfluss Niederösterreichs auf Bundesebene zu groß. Als Antwort da-rauf stellt sich die Frage der Alternativen.

Bis auf Vorarlberg, wo der Landeshauptmann ähnlich absolut und souverän regiert wie Erwin Pröll, geben die restlichen VP-Landeschefs ein eher mickriges Bild ab. Josef Pühringer braucht in Oberösterreich die Grünen zum Machterhalt, der Tiroler Landeshauptmann, man erinnere sich, der Mann war mal Bundesminister, ist überhaupt abgetaucht. Im Burgenland wurde bei der ÖVP schon gefeiert, dass die SPÖ bei den letzten Wahlen mehr verloren hatte als man selbst, in Kärnten ist die ÖVP faktisch nicht mehr existent, in Wien setzte es im Vorjahr eine erschreckend fürchterliche Niederlage, und in der Steiermark und in Salzburg hat man in den vergangenen Jahren den Wagen überhaupt an die Wand gefahren.

Dass die Steirer jetzt, knapp nach dem Obmannwechsel, eine Debatte um den Einfluss Erwin Prölls auf den neuen Chef vom Zaun brechen, ist typisch für die ÖVP. Nur kommt die Diskussion diesmal zu einem Zeitpunkt, der unglücklicher nicht sein könnte. Glaubt man den laufenden Umfragen, dann sind die Schwarzen nur mehr drittgrößte Partei in diesem Staate. Und diesen Umstand korrigiert man sicher nicht durch die eigenartige Debatte, welches Land wie viele Minister stellt.

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