Erstellt am 24. Februar 2012, 15:49

Rettung nur mit neuen Köpfen. HARALD KNABL über das traurige Sittenbild der heimischen Politiklandschaft.

 |  NOEN, Franz Baldauf (Franz Baldauf)
Vor einigen Wochen, zu der Zeit, als man sich mühsam auf die Vorsitzführung des großen Untersuchungsausschusses einigte, machte die Vermutung die Runde, die Koalition werde daran zerbrechen, dass die publikumswirksamen Sitzungen des Ausschusses zu viel an Belastung für die Koalitionsparteien bedeuten würden. Jetzt ist die ÖVP mitten im Korruptionsstrudel und weiß sich kaum mehr zu helfen. Der Teil, den die SPÖ fürchtet (nämlich die Kanzlerinseratenaffäre), kommt erst. Als Bürger kann man sich nur wundern.

Die Kaltschnäuzigkeit, mit der in unserem Land geschmiert und bestochen wird, lässt einen verärgert erstaunt sein, sie lässt einen jeglichen Respekt verlieren, vor Grundfesten unseres demokratischen Modells. Nämlich vor Parteien und ihren Protagonisten. Menschen, wie Peter Hochegger, machen sich diesen Verfall der Moral und des Anstandes zunutze, helfen bei der Erschaffung einer politischen Schattenwelt, in der alles geht und nichts verboten ist, und sahnen kräftig ab.

 Noch, so wird uns gesagt, wüssten wir längst nicht über alle Vorgänge Bescheid, noch erwartet uns die Untersuchung der Vorgänge rund um die Millioneninserate von Kanzler Faymann. Und noch immer tanzt uns ein ehemaliger Finanzminister mit seinen Schwiegermuttergeldern auf der Nase des gesunden Menschenverstandes herum. Wie soll das weitergehen?

Man kann es drehen und wenden, wie man will. Es wird ein Neuanfang von Nöten sein. Mit dieser Truppe ist unsere Demokratie nicht mehr zu retten, neue Köpfe braucht das Land. Sonst „rettet“ uns jemand, dem die demokratische Grundeinstellung schnurzegal ist.