Erstellt am 07. Oktober 2015, 05:57

von Bernhard Fenz

Romantik ist gut, ein gesunder Klub besser. Bernhard Fenz über den Wunsch nach Bundesliga-Traditionsklubs und die nötige Wirtschaftlichkeit als oberstes Ziel.

Wie soll die heimische Bundesliga besser und attraktiver werden? Eine Antwort auf diese Frage versuchte unlängst ein Nachrichtenmagazin in Form einer Vier-Punkte-Agenda zu geben: Nötig seien demnach mehr Traditionsvereine und weniger „Dorfklubs“, damit verknüpft könnten ein höherer Zuschauerschnitt und eine bessere Infrastruktur einhergehen, europäische Ambitionen inklusive.

Alles gut und schön. Vergessen wurde hier allerdings der wesentlichste Punkt: Primär notwendig ist die wirtschaftliche Basis, die einen sportlich hochwertigen Spielbetrieb auf der einen Seite, aber vor allem den gesunden Fortbestand des Klubs auf der anderen Seite sichert.

Gerade auf dieser Ebene passierte in der Vergangenheit zu viel Negatives bei jenen Vereinen, die entweder als Landeshauptstadt- oder/und als Traditionsklub eigentlich das besagte Anforderungsprofil für eine bessere Liga erfüllen müssten.

Nur einige Beispiele: das Ende des damaligen FC Tirol, das Ende des GAK, der kurzfristige Zwangsausflug des LASK in den Amateurfußball, das Ende des Retortenklubs SK Austria Kärnten oder die stürmischen Probleme von Sturm Graz nach der Champions League. Sie alle wurden nie daran gehindert, die Bundesliga zu bereichern. Überall krankte es aber an der Wirtschaftlichkeit.

Kleinere Vereine hingegen backen oft nur jene Brötchen, zu denen sie imstande sind. Der SV Mattersburg etwa hat seine sportliche Pleite mit dem Abstieg 2013 finanziell gesund überstanden. Dass die Grün-Weißen nun wieder neu erstarkt aufgestiegen sind, trägt nebenbei zur Qualität der Bundesliga bei, ganz ohne romantische Traditionsgedanken.