Erstellt am 10. Oktober 2012, 07:18

Rot und Schwarz bleibt Modefarbe. Markus Stefanitsch über die persönlichste aller Wahlen im Burgenland.

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Auf Landesebene gibt es bei den Gemeinde- und Bürgermeisterwahlen immer nur Gewinner: Gewinnt eine Partei in einer Gemeinde, können die Landespolitiker stolz auf ihre „Schäfchen“ sein. Werden hingegen Mandate verloren, heißt es sofort, dass das Ergebnis nur mit der Gemeinde und so überhaupt nichts mit der Landespolitik zu tun habe.

In vielen Gemeinden war überhaupt vom Gegenteil die Rede. Ein hochrangiger Politiker brachte es auf den Punkt: Bei einer Gemeindewahl sollten sich die „oberen“ Politiker überhaupt raushalten, denn jede Einmischung kann nur schaden. Im Hintergrund Tipps geben, aber die Bühne dem jeweiligen Lokalpolitiker überlassen – das wäre die optimale Formel des Politikhaudegens. Und damit hat er wohl recht. Die Bürgerinnen und Bürger vertrauen gerade bei diesen sehr regionalen Wahlen auf ihre Politiker im Ort. Die Person zählt weit mehr als die Partei. Sonst gäbe es im ganzen Land nicht so unterschiedliche Ergebnisse – vor allem für die beiden Großparteien. Während die SPÖ mit Pauken und Trompeten in Güssing gewonnen hat, ging sie fast ebenso in Oberwart unter. Oder in Neusiedl verlor die ÖVP die Absolute, während sie in Oberpullendorf sogar noch ein Mandat hinzugewinnen konnte.

Insgesamt hat die Wahl daher wenig Aussagekraft über die landespolitische Verfassung der Parteien. Zu sehen war aber, dass allen Unkenrufen zum Trotz SPÖ und ÖVP nach wie vor am meisten mobilisieren. Bei allem Respekt von Erfolgen einzelner Gruppierungen: 2.874 SPÖ- und ÖVP-Mandate gegenüber 269 blauen, grünen und Bürgerlisten-Mandaten sprechen eine deutliche Sprache. Und prozentuell liegen SPÖ und ÖVP immerhin besser als 1997.