Erstellt am 10. November 2010, 00:00

Sättigung oder eine Frage des Image?. BERNHARD FENZ über Parndorfs Spitzenposition in der Regionalliga und das zu geringe Interesse.

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Fast genau vor einem Jahr stand Parndorf im Niemandsland der Regionalliga. Roman Mählich wurde als Coach nach der Hinrunde entlassen, 23 Punkte und Rang acht waren die aussichtslose Bilanz im Aufstiegskampf – Obmann Gerhard Milletich hatte keine Lust, sich ernsthaft mit der Bundesliga-Frage zu befassen. Dass die Nordburgenländer unter Trainer Simon Knöbl in weiterer Folge doch noch die Relegationsspiele erreichten (und dort bekanntlich an St. Andrä scheiterten), war einem starken Frühjahr, aber auch der damals fast schon perversen Ostliga-Konstellation zu verdanken. Die Admira Amateure durften als Meister nicht rauf, Waidhofen als Zweiter wollte nicht rauf – so kam Parndorf als Dritter zum Zug.

In dieser Saison sind die Nordburgenländer in der Tabelle tatsächlich vorne. Die Lust am Comeback in der Ersten Liga steigt, die Relegationsspiele im Juni sind realistisch. Bedenklich ist in diesem Zusammenhang lediglich, dass das Zuschauer-Pendel bei 400 bis 600 Fans bislang noch nicht nach oben ausgeschlagen hat. Das Stammpublikum kommt zwar, aber potenzielle Besucher aus dem Einzugsgebiet werden nicht mehr erreicht. Vielleicht ist eine nachhaltige Sättigung – nach dem Motto „Alles schon mal da gewesen“ – schuld. Das wäre dann eine wirklich triste Zukunfts-Aussicht. Vielleicht aber dauert es einfach noch, bis Parndorf das seit dem Erste-Liga-Abstiegsjahr angekratzte Image bei den neutralen Fußballinteressierten aufpoliert hat.

b.fenz@bvz.at