Erstellt am 13. Juni 2012, 00:00

Sauberkeit jetzt neu definieren. HARALD KNABL über das Ende der vorgetäuschten Saubermänner in der Politik.

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Jetzt tut sich H. C. Strache wirklich schwer. Abstreiten wird wenig nützen. Zugeben bringt auch wenig Punkte. Die Freiheitlichen haben ein Personalproblem. Und das nicht nur mit und nach der Affäre Graf.

Es gilt, wie wir alle wissen, die Unschuldsvermutung. Und es ist alles reiner Zufall. Mehr noch, es sind die Medien, die böswillig die Stiftungskonstruktion des Dritten Präsidenten unseres Nationalrates unter die Lupe genommen haben, und dabei den Stiftungsvorstand (eben Martin Graf) in ein schiefes Licht gerieten ließen. Alles eine Kampagne. Alles reine Medienhetze.

Es wird an der Zeit, solch dümmliche Ausreden auch als solche enttarnen zu dürfen. Das, was die FPÖ, vielmehr ihre Pro-tagonisten, sich zu getrauen wagen, schmerzt. Das klingt nach Verachtung einiger Prinzipien unseres Staates, das klingt nach Verachtung des gesunden Menschenverstandes. Das wird auch jene Wähler, die die FPÖ bislang aus Protest den anderen Parteien gegenüber gewählt haben, in die Hände jener Gruppierungen treiben, die weder inhaltlich noch konstruktiv an diesem Staate mitarbeiten wollen. Die FPÖ sieht plötzlich gar nicht gut aus. Ein prominenter Vertreter, der im Verdacht steht, eine alte Dame über den Tisch gezogen zu haben, macht sich nicht gut in der Partei der Saubermänner.

Die Zeit der vorgetäuschten Saubermänner ist vorbei. Das haben alle etablierten Parteien zu verstehen. Wenn sie nicht untergehen wollen, und wir nicht mit ihnen, haben wir das Wort Sauberkeit neu zu definieren.

Und im Rahmen dieser neuen Definition haben einige Personen in der Politik nichts mehr verloren. Der jetzige Dritte Nationalratspräsident gehört dazu.

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