Erstellt am 19. Januar 2011, 00:00

Schlecht für die Bevölkerung. HARALD KNABL über die Vorschläge zur Bundesheer-Reform.

 |  NOEN, Franz Baldauf
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Jetzt also ist die Katze aus dem Sack. Zwar bleibt Werner Faymann seinem Prinzip treu, dass nichts in Stein gemeißelt ist, doch die SPÖ bricht mit einem Tabu und lässt vorübergehend von der allgemeinen Wehrpflicht. Warum genau, das weiß niemand.

Nur eines ist gewiss: Sollte sich die SPÖ durchsetzen, steht die Bevölkerung in Katastrophenfällen als Verlierer da.

Sprichwörtlich würde man sagen, dass das wohl zu erwarten war, nachdem der SPÖ-Chef den Bock zum Gärtner gemacht hatte. Norbert Darabos gibt per Mimik und Körperhaltung bei jedem Auftritt das Bundesheer betreffend preis, wie wohl er sich in seiner Haut als Verteidigungsminister fühlt. Der ehemalige Zivildiener passt mit der von ihm vertretenen politischen Auffassung zum Heer, wie Eislaufschuhe zum Wüstensand. Anstelle ein politischer Vertreter „seiner“ Offiziere zu sein, begann Darabos gleich nach Amtsantritt eine Antithese zur Truppe darzustellen. Leider scheint ihm jetzt die gesamte SPÖ zu folgen.

Darabos nützt den deutschen Rückenwind und macht aus dem Dienst fürs Land und seine Bevölkerung eine freiwillige Angelegenheit. Mit unsicherem Ausgang.

Norbert Darabos hat die Perlen, die er an unserem Heer hat, nie entdeckt. Österreichs Armee ist in den letzten Jahren zum international anerkannten Experten in Katastrophenfällen geworden.

Bleibt zu hoffen, dass in dieser Regierung keine Mehrheit für die Demontage unseres Heeres zu finden sein wird. Und es täte not, das Verteidigungsressort wieder jemandem zu geben, der diese Aufgabe nicht als Belästigung empfindet.

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harald.knabl@bvz.at