Erstellt am 18. Februar 2015, 06:50

von Markus Stefanitsch

Schulz-Besuch und eine bunte Koalition. Markus Stefanitsch über blau-grüne Kooperationen und den Präsidentenbesuch.

EU-Präsident kommt. Bei einem Treffen anlässlich eines Arbeitsbesuches in Brüssel im Vorjahr nahm EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) spontan die Einladung von Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) für einen Burgenland-Besuch an.

Und dabei soll Schulz das Land auch gleich von der besten Seite kennenlernen: Das Treffen findet am 19. Februar beim Weingut Kracher (Illmitz) statt, wo neben Gesprächen über die EU auch auf Schulz‘ hohe Auszeichnung der Republik Österreich angestoßen werden wird.

Begleitet wird Schulz von Bundeskanzler Werner Faymann. Brisant: Eingeladen zu dem hohen SPÖ-Treffen sind unter anderem auch die beiden innerparteilichen Streithähne Michael Häupl (Wien) und Franz Voves (Steiermark).

„Bunte Regierung“ sorgt für Wirbel. In der heimlichen Hauptstadt vieler Burgenländer, Wiener Neustadt, wurde am Sonntag das Ende einer 70-jährigen SPÖ-Stadtregierung besiegelt. Neuer Bürgermeister wird einer der engsten Vertrauten von Landeshauptmann Erwin Pröll, ÖVP-Klubobmann Klaus Schneeberger.

Möglich wurde dies durch eine Allianz aller Fraktionen gegen die SPÖ. Und dieser Umstand sorgt auch im Burgenland für Wirbel. Die SPÖ etwa wettert gegen die Grünen. Diese würden den Roten immer vorwerfen, mit der FPÖ zu liebäugeln und bei der ersten Gelegenheit „packeln sie mit den Blauen“, kritisiert etwa SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos.

Landeshauptmann Hans Niessl sieht Wiener Neustadt als Warnung für das Burgenland: ÖVP-Landesvize Franz Steindl würde ebenso an einer Allianz gegen die SPÖ basteln. Grünen-Obfrau Regina Petrik verweist darauf, dass es in Wiener Neustadt keine Koalition mit Blau gibt und schließt das auch im Land aus.