Erstellt am 10. Februar 2016, 06:28

von Markus Stefanitsch

Sicherheit: Auch Strache in der Pflicht. Markus Stefanitsch über ein Sicherheitsgefühl, das gerade die FPÖ auch mit beeinflusst.

Derzeit wird eifrig über das geplante Sicherheitskonzept für die Gemeinden diskutiert. FPÖ-Landesvize Johann Tschürtz will Uniformierte in Gemeinden patrouillieren lassen, um so das Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung zu heben.

Zudem sollen diese privaten Sicherheitsdienstleister auch andere Tätigkeiten übernehmen: Schulwegsicherung, Nachbarschaftshilfe wie Botengänge für betagte und kranke Einwohner, die Nachschau bei urlaubsbedingt leeren Häusern und so weiter. Demnächst soll eine Testphase in neun Gemeinden starten und dies alles auch wissenschaftlich begleitet werden. Viel mehr weiß man noch nicht.

Grundsätzlich spricht nichts gegen dieses Pilotprojekt, da viele Menschen verunsichert sind. Hier die Bevölkerung zu animieren, wieder gegenseitig mehr aufeinander zu achten und sich gegenseitig zu unterstützen, kann durchaus befruchtend für die Gemeinschaft und das vielbesagte Sicherheitsgefühl sein. Dennoch ist auch klar, dass dieses Thema polarisiert: Proteste hagelt es bereits vor allem von den Grünen. Sie warnen vor einer Ersatzpolizei und dem sukzessiven Installieren einer versteckten Bürgerwehr.

Will Landesvize Hans Tschürtz seinem Titel als Sicherheitslandesrat gerecht werden, könnte er auch auf einem anderen Sektor aktiv werden – und zwar im Internet. Da könnte er seinem Chef und Freund HC Strache ins Gewissen reden.

Auf dessen Facebook-Seite lösen seine Postings zumeist Schimpf-Tiraden der übelsten Sorte aus. Jüngstes Beispiel: der Shitstorm gegen ORF-Moderatorin Mirjam Weichselbraun wegen deren (zugegebener Weise entbehrlichen) Seitenhieb auf Ursula Stenzel beim Opernball. Was sich hier an Hass und Zorn offenbart, entzieht vielen Menschen jegliches Sicherheitsgefühl.