Erstellt am 21. September 2011, 08:13

Skandale am laufenden Band. HARALD KNABL über die wachsende Wut auf die Parteien.

 |  NOEN, Franz Baldauf
Was kommt da noch alles? Das jämmerliche Sittenbild unserer Bundespolitik lässt Sacharbeit derzeit gar nicht zu. Dabei hätten wir sie nötig. Die Konjunktur beginnt zu wackeln, dem Euro geht’s nicht gut, die Verwaltungsreform steht still, die Heeresreform lässt auf sich warten, das Pensionssystem wackelt und wir müssen tatenlos zusehen, wie die Politik den Bach runtergeht. Erbärmlich. Erschreckend. Der Kanzler, der sich Medien kauft, ein Ex-Minister, der sich nichts dabei denkt, für eine Firma „in einem arabischen Land“ zu lobbyieren, der er den Auftrag für die Lieferung von Abfangjägern verschaffte, ein Ex-Minister, der schon als Innenminister bei der Auftragsvergabe des Polizei-Funksystems derart pfuschte, dass der Verdacht der Parteienfinanzierung aufkeimt, ein Ex-Finanzminister, der uns weismachen will, dass ein Finanzminister mit dem Geldkoffer nach Liechtenstein fährt, um für die Schwiegermama Bargeld zu beheben, und so weiter und so fort.

Für wie dumm hält man uns? Gibt es gar keine moralischen Schranken mehr? Ist da kein Ende in Sicht? Schaut derzeit leider nicht so aus. Sehr viele der Betroffenen sind heute entweder in politischen Ämtern tätig, geschützt und gut versorgt, oder aber lassen das Gewitter vorbeiziehen und geben offen zu, munter weitermachen zu wollen. Die Bundespolitik tanzt eine fidele Polka auf einem Vulkan, der dabei ist, auszubrechen. Noch sieht der Souverän gespannt zu, was da noch an Unglaublichem kommt. Doch die Wut auf die Parteien wächst. Wenn diese neugierige Geduld aufgebraucht ist, dann wird es schlimm stehen um unser gepriesenes „demokratisches“ System.