Erstellt am 06. Juni 2012, 00:00

Spaziergänger. MARKUS STEFANITSCH über Chefs, die kommen oder gehen.

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m.stefanitsch@bvz.at

Die Bestellung des neuen Direktors des Landesrechnungshofes sorgt seit einigen Wochen für Aufregung (siehe Seite 3). In einer eher ungewohnten Allianz laufen FPÖ-Chef Johann Tschürtz und Grünen-Abgeordneter Michel Reimon gegen die geplante Bestellung von Andreas Mihalits Sturm. Tschürtz forderte eine Neuausschreibung und hat sogar den übrigen Kandidaten persönlich in einem Brief nahegelegt, ihre Bewerbungen zurückzuziehen. „Ein neuerliches, objektives und faires Verfahren sollte auch in Ihrem Interesse liegen. Ich hätte größtes Verständnis dafür, zögen Sie Ihre Bewerbungen aufgrund der Umstände zurück“, so Tschürtz. Rein rechtlich werden die Oppositionsparteien den neuen Rechnungshof-Chef wohl kaum noch verhindern können. Und dass die Großparteien plötzlich aus moralischen Gründen einen Rückzieher machen, wird wohl auch niemand glauben. Immerhin sind auch schon Zweit- und Drittgereihte mit der richtigen Parteifarbe etwas geworden in diesem Land.

Nichts mehr werden, wird es hingegen mit der BEWAG und Reinhard Schweifer. Laut Insidern soll es für den zurückgetretenen BEWAG-Vorstand (aufgrund seiner früheren Verfehlungen als BEGAS-Vorstand) künftig auch keinen Job in der zweiten Reihe geben, wie es zunächst im „stillen Kämmerlein“ vereinbart wurde.