Erstellt am 21. März 2012, 00:00

Spaziergänger. MARKUS STEFANITSCH über freiwillig unfreiwillige Abgänge.

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Für mich war immer klar, dass ich mein Büro räume, wenn das Urteil bestätigt wird. Ich bin mit gutem Beispiel vorangegangen,“ so kommentierte jener Hofrat der Landesregierung, der wegen Amtsmissbrauchs verurteilt wurde, seinen Wechsel von der Gemeindeabteilung in die Landesamtsdirektion gegenüber der BVZ. Dieser Schritt folgte auf die Bestätigung des Urteils durch den Obersten Gerichtshof. Jetzt will der Hofrat aber auch noch den Europäischen Gerichtshof bemühen.

Dem hohen Beamten wurde zur Last gelegt, dass er für die Umwidmung eines seiner Grundstücke seine Position in der Gemeindeabteilung zu seinem Vorteil ausnützen wollte. Formal rechtskräftig ist das Urteil aber noch nicht, da noch über das Strafausmaß entschieden werden muss. Über die Freiwilligkeit des Wechsels wird im Landhaus aber eifrig diskutiert. Denn ein verurteilter Abteilungsleiter wäre nicht tragbar gewesen. Zudem, so hört man, dürfte auch der politische verantwortliche Referent, Landesvize Franz Steindl, über den Abschied des hohen Beamten gar nicht unglücklich sein. Denn politisch galt der Hofrat als „Blauer“.

Übrigens: Neue Chefin der Gemeindeabteilung soll die Juristin Christina Philipp werden.

m.stefanitsch@bvz.at