Erstellt am 11. Mai 2011, 07:19

Spaziergänger. MARKUS STEFANITSCH über die neue Messlatte für Politiker.

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m.stefanitsch@bvz.at

Der Rücktritt von Agrarlandesrat Werner Falb-Meixner sorgt im Land weiter für Gesprächsstoff. Ein wenig herrscht die Meinung, dass Falb-Meixner im wahrsten Sinne des Wortes als Bauernopfer herhalten musste. Denn zahlreiche Ortschefs hätten ähnlich gehandelt wie der Zurndorfer, allerdings hat es eben nur ihn erwischt. Falb-Meixner selbst sieht sich auch in der Opfer-Rolle. Hätte er, so Falb-Meixner, die beiden ungarischen Kinder nicht illegal angemeldet, um die bestandssichernde Zahl von 90 Kindern für die Hauptschule zu erreichen, würde es die Schule heute nicht mehr geben. Und: Derzeit würden immerhin 117 Kinder die Schule besuchen.

Am Abstellgleis nachfolgen könnten Falb-Meixner, laut „Standard“, drei weitere Bürgermeister: Denn die Korruptionsstaatsanwaltschaft ermittelt in anderen Fällen auch gegen Gerhard Pongracz (Oberwart), Walter Temmel (Bildein) und Kurt Lentsch (Neusiedl).

Was den drei Politikern im Falle einer Verurteilung blüht (falls es zu einem Verfahren kommt), hat ÖVP-Landesvize Franz Steindl beim Abgang Falb-Meixners klargestellt: „Sein Rücktritt wird auch die moralische Messlatte für andere Politiker sein.“