Erstellt am 20. April 2011, 07:14

Spaziergänger. MARKUS STEFANITSCH über greifbaren Wähler-Stimmenfang.

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Um in der von der SPÖ oft zitierten Fußballersprache zu bleiben: Die Wirtschaftskammer hat das Hinspiel in Sachen Landestankstellen gegen die Landesregierung mit 1:0 gewonnen. Präsident Peter Nemeth nennt das OGH-Urteil (siehe Seite 3) einen „Sieg der Vernunft“. Die Unternehmervertreter hatten gegen den ihrer Meinung nach unlauteren Wettbewerb protestiert: „Den Autofahrern wird vorgespielt, billigeren Sprit zu bekommen, aber in Wirklichkeit trägt die Mehrheit der Steuerzahler die Kosten für den Billig-Sprit“, heißt es vonseiten der Wirtschaft.

Für den verantwortlichen Landesrat Helmut Bieler ist das Duell aber noch nicht verloren. Er will bereits in den nächsten Wochen das Ausgleichstor schießen und eine Lösung präsentieren, damit es wieder Billig-Tanken geben kann. Das politische Kalkül dahinter ist ganz klar: Bei bis zu zwölf Euro an Ersparnis pro Tank standen die Autofahrer an den Landestankstellen Schlange. Da konnten Landesrat Helmut Bieler und Landeshauptmann Hans Niessl Pluspunkte und Wählerstimmen bei den Autofahrern sammeln. Denn oft sind ein paar Euro in der Tasche besser (be-)greifbar, als ein paar hunderttausend Euro an Landesschulden mehr...

m.stefanitsch@bvz.at