Erstellt am 09. Oktober 2013, 09:35

Spielzeug Politik wegwerfen .... Harald Knabl über Frank Stronachs Umgang mit der Wahlschlappe.

© Franz Baldauf , St. Pölten , 26.09.2012 , NÖN Chefredakteur und Geschäftsführer vom NÖ Pressehaus Prof. Harald Knabl  |  NOEN, Franz Baldauf (Franz Baldauf)
Schon am Wahlabend hat man es ihm angesehen. Mit der Verdoppelung der Mandate war der alte Mann nicht zufrieden, mit der Übersetzung dieser in die Prozentrechnung schon gar nicht. Frank Stronach begann am Tag nach den Nationalratswahlen damit, sich vom Spielzeug Politik zu verabschieden.

Nicht ohne die goldene Regel machtvoll zu demonstrieren. Wie ein Marionettentheater hat Stronach seine politische Truppe aufgebaut, wie Marionetten glaubt er, sie auch um- oder versetzen zu können. Man kann jetzt schon auf den Zeitpunkt wetten, wann er der Politik wieder den Rücken kehren wird.

Aber ist er dort jemals angekommen? Was hatte uns Frank Stronach in diesen Monaten zu sagen? Hat er jemals zu aktuellen politischen Sachfragen Stellung bezogen?

Der Zeitgeist und die Fehler der Großen Koalition kamen ihm entgegen. Aber mit jedem öffentlichen Auftritt schmolz die Menge jener, die mittels Stronach der Regierung eines auswischen wollten, mit jedem öffentlichen Auftritt wuchs die Zahl jener, die ihn kritisch hinterfragten.

Zunächst zeigte er Uneinsichtigkeit. Selbstkritik und Selbstzweifel sind nicht seine Sache, also waren die Schuldigen für das magere Abschneiden aus seiner Sicht schnell gefunden. Bevor er (wohl aus steuerlichen Gründen) Österreich für einige Zeit wieder den Rücken kehrte, vollführte er innerparteilich ein Gemetzel.

Da wurde umgruppiert und abgesetzt, dass so mancher Bilderbuchdiktator seine Freude daran hätte. Und weil es doch ein paar Mutige gibt in den Reihen, griff er zu jenem Mittel, mit dem er sich am besten auskennt. Jetzt will er sein Geld zurück. Das darf nicht wundern, das ist sein Wertebild.