Erstellt am 21. März 2012, 07:40

Spindelegger muss handeln. HARALD KNABL über die ÖVP, die gerade im Strudel der Korruptionsaffäre versinkt.

 |  NOEN, Franz Baldauf (Franz Baldauf)
Michael Spindelegger hat’s nicht leicht. Seine ÖVP versinkt gerade im Strudel der Korruptionsaffäre, sein Klubobmann legt sich’s mit der Justiz an, der wiederum eine ÖVP-Ministerin vorsteht, und auch der Vorsitzende der ÖVP im Untersuchungsausschuss gerät außer Kontrolle. Sein eigener Name kommt in allen Affären nicht vor. Trotzdem schafft es der ÖVP-Chef nicht, die Schatten der Vergangenheit hinter sich zu lassen.

Was aber auch durchaus schwierig ist. Alles, was in diesem Untersuchungsausschuss an die Öffentlichkeit kommt, mutiert zum Skandal. Die Unterstützung einer Fußballmannschaft wird von der Mücke zum Elefanten. Und dieser gerät zum Monster, weil in einem anderen Fall, einem Druckkostenbeitrag für eine ÖVP-Zeitung, wegen eines fehlenden Beleges (und einer Gegenleistung) – Hausverstand, nein schlichtweg Intelligenz verachtend – von Pech gesprochen wird. Meter kann man da als Parteiobmann nicht machen, das scheint klar.

Nutznießer der ganzen Lage ist aber nicht die SPÖ, die sich klar erkennbar nobel zurückhält. Auch den Grünen nutzt das ÖVP-Desaster wenig. Die Skandallawine, die Peter Pilz mittlerweile tagtäglich loslässt, wirkt mehr und mehr nervig und keine Grenzen kennend.

Nein, es ist wieder einmal die FPÖ, die profitiert. Der Tatsache zum Trotz, dass die Herren Grasser und Gorbach ehemalige FPÖler sind, schafft es H.C. Strache, dies mit seiner Chef-Werdung abzugrenzen. Das ist etwas, was Michael Spindelegger so gar nicht gelingt. Korruption habe in seiner Partei keinen Platz, meinte er kürzlich. Den Worten sollten Taten folgen.