Erstellt am 08. Mai 2013, 10:11

SPÖ setzt auf Klassenkampf. Harald Knabl über den heimlichen Wahlkampfauftakt der Sozialdemokraten.

© Franz Baldauf , St. Pölten , 26.09.2012 , NÖN Chefredakteur und Geschäftsführer vom NÖ Pressehaus Prof. Harald Knabl  |  NOEN, Franz Baldauf (Franz Baldauf)
Die Töne werden rauer. Merklich rauer. Ob sie damit glaubwürdiger werden, sei einmal dahingestellt. Besieht man sich den politischen Kalender bis zu den Nationalratswahlen im September, dann ist klar, weshalb sich spürbare Hektik breit macht.

Der 1. Mai war daher für die Sozialdemokratie wie geschaffen, den Tag der Arbeit auch gleich als heimlichen Wahlkampfauftakt zu gebrauchen. Und die Positionierung, mit der die SPÖ in diese Wahlkampfauseinandersetzung geht, ist klar zu erkennen: Verteilungsgerechtigkeit, Wert der Arbeit. Was aus dem Mund von Werner Faymann beim traditionellen Maiaufmarsch leicht nach Klassenkampf klang. Und auch die ganz in rot gehaltene Plakatwelle soll den Besitzanspruch der SPÖ auf die Arbeiterschicht deutlich machen.

Genau die ist der SPÖ in den letzten Jahren ja abhanden gekommen. Just an die FPÖ, die realpolitisch nie in der Lage war, beweisen zu müssen, dass ihr die Anliegen des traditionell linken Klientels auch wirkliche Umsetzung wert gewesen wäre.

Erstaunlicherweise ist es der Kapitalist Frank Stronach, der der FPÖ zusetzt. Stronach wildert ziemlich ungehindert bei den linken Protestwählern.

Und genau da sieht die SPÖ, wohl am besten Parteistratege Norbert Darabos, Chancen. Frank Stronach, und das kann sein Team drehen und wenden, wie es will, steht für Kapital in Reinkultur. Sein Sager von der Goldenen Regel wird diesen Wahlkampf prägen.

Die SPÖ-Maschinerie ist hochgefahren. Der Klassenkampf feiert ein Comeback. Parteipolitisch eine Variante, in Zeiten der Wirtschaftskrisen aber auch eine gefährliche.