Gerersdorf-Sulz , Stoob , Eisenstadt

Erstellt am 10. Januar 2018, 06:21

von Bernhard Fenz

Rufzeichen aus dem Anti-Wintersportland. Bernhard Fenz über die rot-goldene Beteiligung bei den Olympischen Winterspielen 2018.

Nicht weniger als drei burgenländische Aktive werden unser Bundesland bei den 23. Olympischen Winterspielen von 9. bis 25. Februar 2018 in Pyeongchang wohl vertreten. Das ist die erfreuliche Status-Quo-Prognose.

  • Die gebürtige Stooberin (und mittlerweile Wahlberlinerin) Miriam Ziegler hat sich bereits Ende September 2017 mit Severin Kiefer ihr drittes Olympia-Ticket gesichert. Das Eiskunstlauf-Duo wird im Paarlauf-Bewerb starten.
  • Die Sulzerin Julia Dujmovits war als regierende Snowboard-Parallelslalom-Olympiasiegerin für den Riesentorlaufbewerb in Südkorea – der Slalom wurde aus dem Olympia-Programm gestrichen – noch nicht fix qualifiziert. Spätestens nach dem zweiten Platz am vergangenen Freitag beim Heim-Weltcup in Lackenhof ist die 30-Jährige ihrem zweiten Olympia-Gold ein weiteres Stück nähergekommen. Ihr Platz im Team für Pyeongchang steht jedenfalls.
  • Und auch das Eisenstädter Muskelpaket Marco Rangl, der als Anschieber im Viererbob von Pilot Markus Treichl auf Position Nummer drei gesetzt ist, darf sich schon klammheimlich auf die Spiele freuen. Nur noch das offizielle OK fehlt, die Zeichen dafür stehen aber sehr gut.

Klar ist freilich trotz aller Euphorie: Das Burgenland wird durch die mögliche Dreifach-Teilnahme auch künftig keine klassische Wintersportregion werden.

Dafür fehlen dem östlichsten Bundesland, wo der Geschriebenstein im Mittelburgenland mit seinen 884 Metern das höchste der Berggefühle darstellt, im alpinen Bereich einfach die nötigen topographischen Voraussetzungen.

Ganz abgesehen davon, dass hierzulande auch noch die infrastrukturellen Steckenpferde für Winter(spitzen)sport Mangelware sind.

Was daher umso mehr zählt, ist das rot-goldene Prestige, die mögliche Vorbildwirkung für junge Bewegungstalente und somit die allgemeine Wertesteigerung des Sports im Burgenland. Gerade dafür sind unsere Neo-Olympia-Teilnehmer die bestmöglichen Werbeträger.