Ritzing

Erstellt am 19. Juli 2017, 06:19

von Bernhard Fenz

Wenn Glaubhaftigkeit auch Beweise braucht. Bernhard Fenz über die nächste Insolvenz in Zusammenhang mit dem SC Ritzing.

2014 meldete der SC Ritzing Insolvenz an. Einem Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung wurde stattgegeben. Damals lautete das Match Fußballverein versus Finanz und Gebietskrankenkasse. Unter anderem ging es beim zähen Ringkampf um Nachzahlungen von Abgaben für Spieler. Nicht betroffen war damals die Intrepid GesmbH, eine ausgelagerte Kapitalgesellschaft, die Ritzing-Obmann Harald Reiszner für die Hausverwaltung am Betriebsgelände seiner Firma Invictus in Siegendorf und im Sportzentrum Ritzing gegründet hatte. Intrepid beschäftigte in weiterer Folge auch Spieler.

Nun ist die Intrepid GesmbH insolvent und stellte den Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens mit Eigenverwaltung. Wieder lautet das Match in Wahrheit Fußballverein versus Finanz und Gebietskrankenkasse. Wieder geht’s bei der Hauptursache der Insolvenz laut Aussendung um „Differenzen hinsichtlich steuerlicher und sozialversicherungsrechtlicher Umstände mit dem Finanzamt und der Gebietskrankenkasse“.

Was punkto Außendarstellung nach vielen Jahren bleibt, ist verbrannte Erde. Dass der SC Ritzing im Juni freiwillig aus der Ostliga abstieg und nun von der 2. Liga Mitte aus einen Neuanfang (vorerst ohne Profibetrieb) wagen will, ist löblich. Wirklich glaubhaft wird dieses Vorhaben allerdings erst, wenn mit den Negativschlagzeilen endlich einmal Ruhe ist – und zwar für viele Jahre lang.