Erstellt am 20. März 2013, 09:57

Stronach hält uns Spiegel vor. Harald Knabl über die Demütigungen der Politik und Demokratie.

 |  NOEN, Franz Baldauf
Offensichtlicher geht’s nicht mehr. Offensichtlicher kann man Politik, Demokratie, nicht demütigen. Martina Schenk dürfte nicht aus der Steiermark kommenden und selbst an der Innenpolitik interessierten Menschen bislang nicht bekannt gewesen sein. Seit Freitag letzter Woche aber schon. So, wie man seine Unterwäsche wechselt, wechselte Frau Schenk auch ihre politische Heimat und rettete, obwohl wenige Tage davor noch heftig dementierend, den Stronachianern einige Milliönchen im Parlament. Was immer das für Begleiterscheinungen gehabt haben mag, inhaltliche Gründe können es nicht gewesen sein, denn an Grundsätzen und am Inhalt mangelt es dem Team Stronach ja nach wie vor.

In allen Lagern gibt es Protagonisten, die Politik als reinen Brotberuf sehen, ergo also Menschen, die den Job wegen des Geldes machen, oder aber auch zur Befriedigung ihres übersteigerten Selbstdarstellungstriebes. Und dann wird es unappetitlich. Das ist, wie gesagt, kein Phänomen, das es erst seit Frank Stronachs Einstieg in die Politik gibt. Doch erst damit wurde die Käuflichkeit von politischen Menschen (und ich meine da nicht nur geldliche Käuflichkeit) so offenbar.

So, als wollte er uns seine goldene Regel an unserem eigenen, schwer genug zu erhaltenden Gesellschaftssystem beweisen, demütigt Stronach durch den willkürlichen Zukauf von Politikern das gesamte System. Die Hauptdarsteller ebenso wie die Demokratie an sich. Alles ist machbar, wenn man genug Geld hat.
Eigentlich müssten wir Frank Stronach dafür dankbar sein, dass er uns (noch ohne großen Schaden angerichtet zu haben) darauf hinweist. Nur, ziehen wir daraus auch die richtigen Schlüsse?