Erstellt am 07. November 2012, 08:56

Stronach hat es viel zu leicht. Harald Knabl über das derzeit leichte Spiel für Frank Stronach ob der Schwäche der anderen Parteien.

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Frank Stronach tut sich derzeit nicht schwer. Noch kann er sich sein Team einfach zusammenkaufen, noch laufen ihm (vornehmlich BZÖ-) Hinterbänkler die Türen ein. So hat er seine Partei gegründet, so wird er voraussichtlich auch im Parlament mit einer eigenen Fraktion vertreten sein. Und dafür Geld kassieren. Dann ist’s allerdings vorbei mit dem Sager, er, Stronach, finanziere seine Partei mit eigenen Mitteln, dann gelten auch für Frank Stronach die Gesetze des Umgangs mit Steuergeld.
Die Frage, weshalb es so leicht sein kann, in einer angeblich so gefestigten Demokratie wie in Österreich, binnen weniger Monate, ohne sich im Rahmen eines Wahlganges bewähren zu müssen, zur Parlamentspartei aufzusteigen, findet in der tiefen Sinnkrise, in der sich die übrigen Parteien des Staates befinden, ihre Antwort. SPÖ und ÖVP, ideologisch und menschlich so weit auseinander wie schon lange nicht mehr, waren in den letzten Jahren bei allen Differenzen schon rein rechnerisch aneinander gekettet. Für wirkliches Regieren blieb ob des ständigen Kleinkriegs wenig Zeit, ja auch kaum Handlungsspielraum.
Und die Opposition? Leider auch Fehlanzeige. Die FPÖ hat seit der Ankündigung Frank Stronachs, in die Politik zu gehen, keinen Fuß mehr auf den Boden gebracht und scheint verstört jenen Wählern nachzuweinen, die sich weniger aus ideologischen, denn aus Protestgründen den Blauen zugewandt hatten.
Auch die Grünen schwächeln mit. Frank Stronach tut sich deshalb nicht schwer. Derzeit. Anders wird’s dann, wenn’s um Inhalte gehen wird. Nur die hat er uns ja nicht verraten. Außer einen – seine goldene Regel. Und das lässt Schlimmes befürchten.