Erstellt am 29. August 2012, 07:33

Stronach-Partei schadet Rechten. HARALD KNABL über die Motive von Milliardär Frank Stronach, in die Politik zu gehen.

 |  NOEN, Franz Baldauf (Franz Baldauf)
So einfach kann Politik sein. Da kauft man sich drei frustrierte Abgeordnete, die sich bei ihren „alten“ Parteien am Abstellgleis befanden und vom Hohen Haus wohl Abschied hätten nehmen müssen, und schon mischt man mit in Österreichs Innenpolitik. Für Frank Stronach, das darf man getrost annehmen, wären auch die paar tausend Unterschriften, die seine Partei gebraucht hätte, um fürs Parlament kandidieren zu können, kein Problem gewesen, doch der fliegende Wechsel dreier Abgeordneter ist einzigartig symbolhaft für die Situation unserer Politik im Staate.

Da geht es vielerorts nicht mehr um Programme, um politische Leitlinien. Es geht um Eigennutz, Macht und Image.
Stronachs viel zitierte Goldene Regel ist drauf und dran, von einer Wirtschaftsthese zur neuen politischen Maxime zu werden. Der Printmedienboulevard hat längst (man darf drei Mal raten weshalb) die Seiten gewechselt, und es darf gespannt erwartet werden, wen der Milliardär mit der Hilfe seines Vermögens noch aus dem Hut zaubern wird. Die Motive Stronachs, in die Politik einzusteigen, bleiben dabei unenthüllt. Irgendwie hat man den Eindruck, der Mann will Rache dafür nehmen, wie wenig ihn die Politik anerkannte.

Frank Stronach ist ein sehr reicher Populist. Er will in diesem Staate endlich geliebt werden. Das ist seine Triebfeder. Inhalte sind ihm eigentlich egal, genauso egal wie die Auswahl seiner politischen Mitstreiter. Die werden übrigens bald merken, was und wie viel sie zu sagen haben. Eines hat der Austro-Kanadier allerdings schon aufgezeigt. Sein Antreten schadet dem ganz rechten Lager. Und das ist immerhin schon ein Verdienst.