Erstellt am 16. Mai 2012, 07:32

„Supersauber“ wird’s wohl nie. MARKUS STEFANITSCH über den nötigen Reinigungsprozess im heimischen Politik-Umfeld.

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Der Skandal rund um den mittlerweile suspendierten BEGAS-Vorstand Rudolf Simandl ist mehr oder weniger untergegangen. Dafür gibt es zwei einfache Gründe: Zum einen wurde das Unternehmen BEGAS als solches nicht wesentlich geschädigt. Zum anderen wirken die paar Zehntausender, die hier an der Steuer vorbeigeschummelt wurden, beinahe schon als Kavaliersdelikt im Vergleich zu den Korruptionsvorwürfen in Millionenhöhe in den Fällen Telekom, BUWOG und Co. Und die Vorwürfe gegenüber Simandl-Kollegen Reinhard Schweifer sind in diesem Vergleich schon fast nur noch „Peanuts“.

Dennoch, laut derzeitigem Stand waren die Anschaffungen diverser Sachgüter und Dienstleistungen auf BEGAS-Rechnung (der Betrag wurde von den Prämien der Vorstände dann auf Punkt und Beistrich abgezogen) nicht korrekt. Klar ist auch, dass sich beide Herren wohl grün und blau ärgern, dass sie aufgrund dieser „Steuertricks“ jetzt ihre beiden Jobs (Schweifer war zuletzt Vorstand der BEWAG) los sind. Denn mit ihren hoch dotierten Posten hätten sie diese Vergünstigungen gar nicht notwendig gehabt.

Für die Politik gilt jetzt eines: Aufräumen! Landeshauptmann Hans Niessl und Stellvertreter Franz Steindl wären gut beraten, in allen landesnahen Betrieben Missstände abzubauen. Wenn selbst bei Kleinigkeiten hart durchgegriffen wird, kann letztendlich auch die Politik profitieren. Immerhin leidet das Image der Politiker vor allem am korrupten Umfeld. Und das wird zwar nie „supersauber“ werden, aber ein sauberer Umgang mit öffentlichen Steuergeldern wäre allemal eine Verpflichtung.