Erstellt am 01. Juni 2016, 00:35

von Markus Stefanitsch

Überzeugen muss man die Wähler. Markus Stefanitsch über die Weichenstellung an der Spitze des Burgenlandes.

Jetzt gibt es keine Zweifel mehr: Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil wird, wenn alles nach Plan läuft, Landeshauptmann Hans Niessl im Burgenland nachfolgen. Durch die Übergabe der Funktion des Stellvertreters in der Bundes-SPÖ ( ) hat Landeschef Hans Niessl ein deutliches Zeichen gesetzt.

Dabei geht es nicht nur um die Stärkung Doskozils auf Bundesebene, sondern um eine klare, wenn auch inoffizielle, Ansage an alle Nachfolge-Spekulanten: Der große Häuptling hat sich für einen Thronfolger entschlossen – alle anderen (sofern sich tatsächlich jemand anderer im Burgenland noch Hoffnungen gemacht hatte) können sich ab sofort neue Ziele stecken.

Für das Burgenland bedeutet dies durchaus Vorteile. Denn für Landeshauptmann Hans Niessl ist das leidige Nachfolge-Thema vorerst abgehakt: Er wird künftig völlig unbeirrbar die Interessen des Burgenlandes vertreten. Egal, ob gegenüber der Bundesregierung oder der Wiener SPÖ.

Innerhalb des Burgenlandes will Niessl in den kommenden Jahren noch alles aufräumen und ein gut gemachtes Bett übergeben. Dadurch könnten im Burgenland tatsächlich noch viele Baustellen, ohne Rücksicht auf irgendwelche Sympathiewerte innerhalb der eigenen Partei, bereinigt werden.

Für seinen Nachfolger Doskozil könnten dadurch zwei Fronten aufgehen: Einerseits könnte er das eine oder andere Mal in einen Loyalitätskonflikt zwischen Bundeskanzler Christian Kern und seinem Landeshauptmann Hans Niessl kommen. Zum anderen muss er vielleicht in den kommenden Jahren ein paar SPÖ-Funktionäre mehr motivieren. Beides wird der Politikprofi Doskozil schaffen. Tatsächlich überzeugen wird er aber letztendlich die Wähler im Burgenland müssen.