Erstellt am 12. Oktober 2011, 00:00

Vielleicht ein Bluff, sicher kein Witz. BERNHARD FENZ über die lauten Gedanken von Günter Benkö, sich als Schiedsrichterobmann zurückziehen zu wollen.

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Die Liebe zu den Referees auf Burgenlands Sportplätzen ist enden wollend. Keine Runde vergeht, an dem die Unparteiischen nicht als Schuldige ausgemacht werden. An der Spitze der „Schwarzen“ steht mit Günter Benkö ein Mann, der sich schon als Aktiver am Platz wenig bis nichts sagen ließ. Vielleicht wurde er auch aufgrund dieser Konsequenz bei der EURO 2000 zum „Schiedsrichter des Turniers“ gewählt.

An der Spitze der rot-goldenen Schiedsrichter prallt die laufende Kritik scheinbar ebenfalls problemlos an ihm ab. Und wird es Benkö zu viel, geht er zum Gegenangriff über. Dann kann er auch austeilen. Über all dem steht schließlich der Schutz des Kollegiums: So nicht Fußballwetten oder vorsätzlich Böses im Spiel seiner Referees sind, stellt sich der Rauchwarter stets vor die Herde. In diesem Zusammenhang mag es arrogant wirken, wenn der 56-Jährige frustrierten Funktionären nach nervenaufreibenden 90 Minuten die kalte Schulter zeigt und sich nicht mit ihnen auf die vermeintlich wichtigste Szene – die der Schiri verbockt hat – versteift.

Mittlerweile denkt Benkö laut daran, im März 2012 nicht mehr zur Wiederwahl anzutreten – der Mix aus Kritik und Schiedsrichtermangel frustriert. Möglich, dass sich der Rauchwarter mit so einer Ansage nur Gehör verschaffen will. Fußball-Burgenland sollte den Gedankengang dennoch nicht auf die leichte Schulter nehmen. Meint es Benkö wirklich bald ernst, fehlt dem Kollegium neben der nötigen Anzahl an Schiris auch noch eine kompetente Führungsspitze. Und dann könnte der (noch) geregelte Betrieb tatsächlich nachhaltig aus den Rudern geraten.

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