Erstellt am 25. Februar 2015, 06:50

von Markus Stefanitsch

Wein war Schulz Dorn im Auge. Markus Stefanitsch über Brüsseler Antialkoholiker im Weingut.

Im Burgenland kam es zum großen Spitzentreffen hochrangiger Vertreter der Sozialdemokratie. Landeshauptmann Hans Niessl empfing am Donnerstagabend den EU-Parlamentspräsidenten Martin Schulz (SPD) gemeinsam mit Bundeskanzler Werner Faymann und fast vollständiger roter Ministerriege in Illmitz.

Schulz erhielt davor in Wien das Große Goldene Ehrenzeichen der Republik verliehen. Danach kam es zum versprochenen Burgenland-Abstecher, den Schulz anlässlich eines Niessl-Besuches in Brüssel im Vorjahr zugesagt hatte. In Illmitz stand ein würdiger Empfang mit einem Abendessen in gemütlicher Atmosphäre im Weingut Kracher am Programm.

Was so manchem Genussfan die Herzen hätte höher schlagen lassen, war dem EU-Parlamentspräsidenten jedoch ein kleiner Dorn im Auge. Denn der oberste EU-Parlamentarier überwand in Jugendjahren eine Alkoholsucht und ist seit über drei Jahrzehnten strikter Antialkoholiker.

Verständlich, dass vor allem seine Pressemitarbeiter jegliche Fotos mit Wein im Hintergrund vermeiden wollten. Sogar der ORF Burgenland musste kurzfristig den Platz für den Live-Einstieg wechseln, damit beim Schulz-Interview ja kein Weinfass zu sehen sein konnte.

In SPÖ-Kreisen hat man ein wenig gemurrt, ob der fehlenden Informationen seitens der Wiener Kollegen über den hohen Gast und dessen Ablehnung des „hohen burgenländischen Kulturgutes“.