Erstellt am 29. Mai 2013, 09:16

Weiße Weste als Katalysator. Harald Knabl über den derzeitigen Erfolg der Grünen.

© Franz Baldauf , St. Pölten , 26.09.2012 , NÖN Chefredakteur und Geschäftsführer vom NÖ Pressehaus Prof. Harald Knabl  |  NOEN, Franz Baldauf (Franz Baldauf)
Es wird zweifellos bunter in der österreichischen Politik. Und das nicht nur, weil mit dem Team Stronach ein neuer Mitspieler auf den Plan getreten ist, sondern auch, weil Herr und Frau Österreicher Skandale und Skandälchen der drei etablierten Parteien nicht mehr achselzuckend zur Kenntnis nehmen, sondern in der Wahlzelle bestrafen. Das macht die Politik bunter, wie gesagt, es macht sie aber nicht leichter.
Ähnlich, wie es in Salzburg passieren könnte, könnte es bei den Nationalratswahlen für eine Zweierkoalition nicht mehr reichen. Hauptprofiteur der Stimmungslage sind sicherlich die Grünen.

Warum jetzt plötzlich, fragt man sich da. Auch schon bislang waren die Grünen skandalfrei gewesen und Umfragekaiser. Sind die Werte der Grünen plötzlich buchstäblich um so viel mehr wertvoller?
In Sachen grundsätzlicher Sauberkeit ganz sicher. In keinem der großen Skandale und Affären der letzten Jahre, ja nicht einmal in einem Affärchen, kamen die Grünen vor. Ob das wirklich mit grundsätzlicher Sauberkeit zu tun hat oder einfach mit der nun glücklichen Fügung, niemals in der politischen Lage gewesen zu sein, an diesen teilzuhaben, ist völlig egal. Die weiße Weste punktet für sich.

Es wird aber auch daran liegen, dass die Partei, die bislang Protestalternative war, die FPÖ, den Nimbus der Aufdeckerpartie und jenen, eine saubere Alternative bieten zu können, in den Sand gesetzt hat. Dort gilt das Umgekehrte: Kaum ein Skandälchen oder eine Affäre, in die die FPÖ nicht verwickelt gewesen wäre.
Das Team Stronach profitiert zwar auch von der Absetzbewegung von den Blauen, ist aber, abgesehen vom Boss, zu den bekannten Gesichtern der Grünen kein Gegengewicht.