Erstellt am 01. April 2015, 06:40

von Bernhard Fenz

Zwischen Gesetz und Vertreibung. Bernhard Fenz über die vom Burgenländischen Fußballverband unterstützte Petition für die Amateurvereine.

Der Burgenländische Fußballverband wird offensiv. Einige Klubs aus dem Süden gaben den Anstoß mit einem Petitionsentwurf, die überarbeitete Version wird nun vom BFV unterstützt. Dabei kommen die Probleme der Vereine zur Sprache, die schon länger im Visier von Finanz und Burgenländischer Gebietskrankenkasse (BGKK) stehen – die BVZ berichtet:



„Hilferuf“ nennt sich das Schreiben, das etwa auf besorgniserregende Methodik-Dimensionen eingeht.  So würden kickende Schüler und Studenten zur Einvernahme aus ihren Klassenzimmern geholt, berufstätige Fußballer auf ihrer Arbeitsstelle aufgesucht. „Dass wir Betroffene befragen, ist üblich. Dass wir jemanden aus einer Klasse holen lassen, höre ich zum ersten Mal“, lässt BGKK-Direktor Christian Moder gegenüber der BVZ wissen.

Prüforgane würden sich außerdem sogar telefonisch als Spielervermittler ausgeben, nur um sich Infos zu beschaffen. „Ich wäre erstaunt, wenn das so wäre“, so Moder weiter. Er werde das jedenfalls prüfen. Der BFV wiederum wird unabhängig davon die Petition an die politischen Entscheidungsträger schicken.

Inwieweit den ehrenamtlichen Funktionären (speziell bei Top-Amateurvereinen) tatsächlich geholfen werden kann, bleibt abzuwarten. Dort, wo offensichtlich Geld fließt, machen Prüfungen schließlich Sinn, um nicht den Eindruck einer Bevorteilung gegenüber anderen Branchen entstehen zu lassen. Oder wie Christian Moder sagt: „Wir sind aufgefordert, den gesetzlichen Anspruch durchzusetzen.“

Stimmt schon. Letztlich fordert die Petition aber auch Verständnis ein – dass Funktionäre keine Sozialbetrüger und Finanzverbrecher sind, sondern einen wichtigen Beitrag zur Volksgesundheit und zur Bewegung leisten.

Beinharte Prüfungsmethoden können da schon verschrecken und entmutigen. Umso wichtiger wäre es, im Kontext des Regelwerks auch Fingerspitzengefühl zu beweisen – all jenen Ehrenamtlichen gegenüber, die nicht mutwillig den Rahmen sprengen und die für das funktionierende System letztlich so wichtig sind. Sie dürfen nicht vertrieben werden.