Erstellt am 03. Oktober 2012, 15:13

20 Jahre Auslandsdienst: ÖVP warnt vor Auswirkungen durch Berufsheer. Inneninisterin Mikl-Leitner und Vizekanzler Spindelegger sprachen bei einem Festakt am Mittwoch von einer "Erfolgsgeschichte". Die Grünen wollen mehr finanzielle Absicherung, vor allem für weibliche Auslandsdiener.

Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (V) und Vizekanzler Michael Spindelegger (V) haben am Mittwoch bei einem Festakt anlässlich des 20-Jahr-Jubiläums des Auslandsdienstes die Wichtigkeit der Arbeit im Ausland betont. 148 Auslandsdiener seien dieses Jahr im Ausland tätig, sagte Spindelegger. Gleichzeitig warnte die ÖVP vor Auswirkungen eines Wehrpflicht-Endes auf den Auslandsdienst.

Der Auslandsdienst basiert auf freiwilliger Basis und kann für mindestens zwölf Monate in drei Bereichen geleistet werden: Gedenk-, Sozial- und Friedensdienst. Er ist ein Ersatz für den Zivildienst. Bei ihrer Rede beim Festakt am Mittwoch äußerte Mikl-Leitner Zweifel, ob der Auslandsdienst auch ohne Wehrpflicht weiterhin bestehen könne: Dann gebe es für junge Männer nämlich eine weitaus geringere Motivation, ein Jahr ins Ausland zu gehen.

Die Grünen sehen das anders. Schon jetzt gebe es viele Anmeldungen von Männern und Frauen bei den Gedenk-, Sozial- und Friedensdiensten für die nächsten Jahre. "Mit einer finanziellen und rechtlichen Absicherung wird den so wichtigen Dienstleistenden weit mehr geholfen, als mit der allgemeinen Wehrpflicht", teilte Tanja Windbüchler-Souschill, Zivildienstsprecherin der Grünen, am Mittwoch in einer Aussendung mit. Sie fordert eine finanzielle Absicherung für Frauen, die Auslandsdienst leisten wollen. Bisher hätten Auslandsdienerinnen "dies ausnahmslos freiwillig und unter prekären Verhältnissen zu leisten."