Erstellt am 01. September 2015, 07:39

von APA Red

3.650 Flüchtlinge am Montag am Westbahnhof. 3.650 Flüchtlinge sind alleine am Montag aus Ungarn kommend am Westbahnhof eingetroffen. Lediglich sechs Afghanen hätten einen Asylantrag gestellt, sagte Polizeisprecher Patrick Maierhofer Dienstagfrüh zur APA.

 |  NOEN, APA (Schlager)

Der Rest sei bereits in Zügen Richtung Salzburg und Deutschland weitergereist. Anfänglich hatte die Polizei von 2.000 Migranten gesprochen, ihre Angaben dann aber aktualisiert.

Ungarn hindert Flüchtlinge seit Montagfrüh nicht mehr an der Ausreise. Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) kritisierte dafür den ungarischen Regierungschef Viktor Orban im ORF-"Sommergespräch" am Montagabend scharf. Allerdings lässt auch Österreich die Menschen einfach weiterreisen, wenn sie nicht um Asyl ansuchen. Eine "lückenlose" Kontrolle sei derzeit nicht möglich, hatte Polizeisprecher Roman Hahslinger zuvor erklärt.

Die Caritas versorgte die kurzzeitig in Österreich gestrandeten Flüchtlinge mit Lebensmitteln. So wurden zwei mobile Suppenbusse (Canisibusse) bereitgestellt. Viele Privatpersonen spendeten Hygieneartikeln. Bodmann zeigte sich vom "unheimlichen Engagement" der Bevölkerung erfreut. Durch die Solidarität und Hilfsbereitschaft sei ein "deutliches Zeichen" gesetzt worden. Die Zusammenarbeit zwischen Caritas, ÖBB und Zivilgesellschaft habe einwandfrei funktioniert.

Bayern eröffnet unterdessen am Dienstag das bundesweit erste Aufnahmezentrum speziell für Balkan-Flüchtlinge. In einer ehemaligen Kaserne am Rande von Manching bei Ingolstadt sollen künftig 500 Flüchtlinge aus Südosteuropa untergebracht werden, die zumeist keinerlei Chance auf ein Bleiberecht in Deutschland haben.

Insgesamt sollen rund 1.500 Balkan-Flüchtlinge im Raum Ingolstadt zusammengefasst werden, und zwar an insgesamt drei Standorten. Alle zuständigen Behörden sollen dort zusammenarbeiten, um die Verfahren deutlich schneller als bisher abwickeln zu können. Ziel ist es, abgelehnte Asylbewerber so schnell wie möglich wieder in ihre Heimat zurückzuschicken. Ein zweites solches Zentrum soll in Bamberg entstehen. Das Münchner CSU-Kabinett hatte mit seinem Beschluss vom Juli bundesweit Kritik auf sich gezogen.