Erstellt am 31. August 2011, 10:12

3,9 Mio. Österreicher liebäugeln mit Briefwahl. 3,9 Mio. beziehungsweise 56 Prozent der österreichischen Wahlberechtigten liebäugeln mit der Briefwahl. Das ist das Ergebnis einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstitutes IMAS, die Ende Juli/Anfang August bei 1.015 statisch repräsentativ für die Gesamtbevölkerung ausgewählten Personen über 16 Jahre durchgeführt wurde.

Weil diese Form der Stimmabgabe an Bedeutung gewinnen könnte, erwarten die Meinungsforscher einen Einfluss auf die zeitlichen Abläufe bei den Wahlkämpfen der Parteien. Die Briefwahl ist seit 2007 möglich. 17 Prozent haben bei der Umfrage angegeben, dass sie zumindest schon einmal von der Möglichkeit einer Briefwahl Gebrauch gemacht haben. Das sind mehr als 1,1 Mio. Personen. Briefwähler sind höher gebildet und über 30 Jahre alt. Überdurchschnittlich vertreten sind Stammwähler und Sympathisanten von ÖVP und SPÖ.

Von den übrigen 83 Prozent, die noch nicht per Brief gewählt haben, können sich 48 Prozent dies in Zukunft vorstellen. Das macht ein Potenzial von weiteren 2,8 Mio. Stimmen aus. Nur für 30 Prozent kommt diese Form der Stimmabgabe nicht infrage. 22 Prozent sind unentschieden.

52 Prozent halten eine Briefwahl für unverzichtbar, weil damit auch behinderte Menschen, Ältere oder Leute, die am Wahltag verreist sind, von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen können. Für weitere 28 Prozent ist sie eine gute Sache, weil sie den Weg zum Wahllokal erspart. 22 Prozent halten sie allerdings für bedenklich, weil die Anonymität des Wählers nicht ausreichend sichergestellt sei.

Der Nationalrat hat ja zuletzt beschlossen, dass künftig die Wahlkarten bis zu Wahlschluss bei der Wahlbehörde eingelangt sein müssen, um eine nachträgliche Stimmabgabe zu verhindern. Aus dem Wahltag werden so Wahlwochen. Die Parteien müssten dies in ihrer politischen Kommunikation berücksichtigen und neue Zeitpläne für die letzten Wochen vor der Wahl erstellen, machen die Meinungsforscher aufmerksam.