Erstellt am 18. Dezember 2013, 05:16

30.000 Beamte gehen auf die Straße. Die Beamten gehen am Mittwochnachmittag auf die Straße.

Der Vorsitzende der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD), Fritz Neugebauer, richtete der Regierung bei der Kundgebung aus: "Es wäre gescheit, ihr zieht's euch warm an!" Mit 228 Bussen waren Beamte aus ganz Österreich für die Großdemonstration angereist.

Beschluss des Lehrerdienstrechts erntete Buh-Rufe
"Wen das nicht beeindruckt, der hat kein Herz", meinte Neugebauer auf die Frage, ob er glaube, dass die Regierung sich von der Demonstration beeindruckt zeigen werde. Er bedankte sich bei Bürgermeistern, "manchen Landeshauptleuten und manchen Regierungsmitgliedern", für die "Sozialpartnerschaft kein Fremdwort ist". Als er den Beschluss des Lehrerdienstrechts gegen den Willen der Gewerkschaft kritisierte, stimmten ihm die Teilnehmer mit besonders lauten Pfiffen und Buh-Rufen zu.

Für "sinnvolle Reformen stehen wir zur Verfügung", sagte Neugebauer, aber: "Reform ist heute eine Drohung geworden", man würde sich inzwischen dabei als erstes besorgt an die Brieftasche greifen, meinte er. Auch für eine Personalaufstockung bei den Finanzbeamten machte sich Neugebauer stark. Er wolle bald wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren. Mit Streik wurde nicht gedroht.

Wertschätzung gefordert
Die Regierung hatte den Beamten eine Gehaltsanpassung um 1,7 Prozent angeboten, diese verlangen nach der Nulllohnrunde 2012 aber eine Abgeltung der Inflation von 2,3 Prozent. "Wir wollen, dass sich die Wertschätzung auch am Lohnzettel wiederfindet", forderte der Vorsitzende der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten (GdG) Christian Meidlinger und kündigte an, man werde in "den nächsten Tagen und Wochen" dafür kämpfen. Außerdem stünden die Verhandler auf Seite der Beamten "rund um die Uhr" für Verhandlungen zu Verfügung. Auf die Aufforderung "Pfeifen wir diese Regierung hier aus!" von Meidlinger folgte ein lautes Pfeifkonzert. Untermalt wurden die Reden der Gewerkschafter von Sirenengeheul und Trillerpfeifen.

Vom ÖGB-Präsidium war Sabine Oberhauser anwesend, ÖGB-Chef Erich Foglar hatte seine Solidarität in einer Aussendung am Vormittag bekundet. Ihre Unterstützung brachte auch die Gewerkschaft Vida zum Ausdruck, deren geschäftsführender Vorsitzender Gottfried Winkler ebenfalls eine Rede hielt.