Erstellt am 15. Juli 2011, 10:53

49 Prozent geben Regierung ein "Nicht Genügend". Nahezu jeder zweite Österreicher gibt der Regierung ein "Nicht Genügend". Dennoch blicken ebenso viele der Zukunft mit Optimismus entgegen. Das ist das Freitag veröffentlichte Ergebnis einer Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstitutes IMAS.

Insgesamt 1.048 Personen ab 16 wurden Ende Juni/Anfang Juli nach ihrem Urteil über die Arbeit der Koalitionsregierung befragt. Dabei waren nur 20 Prozent der Ansicht, die Regierung habe ihre Sache bisher alles in allem gut gemacht. 49 Prozent erklärten, sie habe ihre Aufgaben nicht gut genug gelöst. 30 Prozent waren unentschieden.

Aus der bis April 1987 zurückreichenden Trendbeobachtung geht hervor, dass die Bevölkerung die Regierungstätigkeit grundsätzlich sehr kritisch beurteilt. Nur einmal im zeitlichen Umfeld der EU-Volksabstimmung 1994 bestand ein Hochgefühl. Damals spendeten die Österreicher im Verhältnis von 46 zu 24 Prozent der Staatsführung Lob. Innerhalb weniger Monate kippte dann allerdings die Stimmung auf den bisher tiefsten Wert: 55 Prozent Unzufriedenheit.

Das aktuelle Ergebnis ist das drittschlechteste. Innerhalb der Parteianhängerschaften ist der größte Missmut im Lager der Freiheitlichen zu finden, aber auch die Sympathisanten von SPÖ und ÖVP sind mehrheitlich der Meinung, die Koalition habe ihre Aufgabe nicht gut genug gelöst.

Ungeachtet dessen erklärten 50 Prozent der Befragten, dass sie den kommenden zwölf Monaten mit Zuversicht entgegensehen. 25 Prozent sind skeptisch gestimmt, 21 Prozent ausdrücklich besorgt. Wenig Zukunftsängste äußerten Angehörige der jungen Generation sowie Maturanten, Akademiker und leitende Angestellte und Beamte. Überdurchschnittlich besorgt sind Arbeiter, besonders solche ohne Fachausbildung, außerdem Sozialdemokraten und Freiheitliche.

IMAS stellte zudem die Sonntagsfrage. Dabei kamen die SPÖ auf 27 Prozent, ÖVP und FPÖ auf jeweils 24, die Grünen auf 14 und das BZÖ auf sechs.