Erstellt am 21. Mai 2015, 18:31

81 Prozent der Eltern mit Schulwesen zufrieden. Im Burgenland sind laut einer von Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) präsentierten Umfrage 81 Prozent der befragten Eltern mit dem Schulwesen zufrieden. Bei Volksschulen sei der Wert mit 91 Prozent noch höher. Kriitk kommt von ÖVP und Elternverband.

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Weniger gut weg kam die Ganztagsschule, gegen die sich sechs von zehn Elternteilen aussprachen. 82 Prozent sehen das Familieneinkommen durch Nachhilfe für die Kinder "spürbar" belastet.

An der bisher größten Elternbefragung im burgenländischen Bildungswesen nahmen im März 21.992 Personen teil. Die Rücklaufquote betrug 69 Prozent. Ein Drittel der Eltern spricht sich den Ergebnissen zufolge für eine Ganztagsschule aus. Die Aufteilung in die einzelnen Schultypen wird von 41 Prozent im Alter von zehn Jahren gewünscht.

Niessl: "Nehmen Meinung der Eltern ernst"

"Ich garantiere, dass wir die Meinung der Eltern sehr ernst nehmen und die Daten für künftige bildungspolitische Entscheidungen und Maßnahmen heranziehen werden", erklärte Niessl am Donnerstag in einer Aussendung. Er wolle im Abstand von zwei bis drei Jahren weitere Befragungen durchführen.

Die aktuelle Ferienregelung werde zu über 80 Prozent angenommen - ein "eher überraschendes Ergebnis", meinte Wirtschaftspädagoge Herbert Gabriel von der Pädagogischen Hochschule Burgenland. Lediglich bei den Sommerferien sei rund ein Fünftel der Eltern von Volksschülern unzufrieden. "Das liegt am erhöhten Betreuungsbedarf", so Gabriel.

Kontroversiell werde hingegen die Schulautonomie bewertet: 74 Prozent der Eltern seien dafür, dass die Auswahl der Lehrer autonom vorgenommen werden soll, 71 Prozent würden sich dies auch bei der Entscheidung über Schulversuche wünschen. Hinsichtlich der Unterrichtszeit und bei den schulautonomen Tagen wird dies jedoch von 60 Prozent abgelehnt.

ÖVP übt Kritik an Veröffentlichungszeitpunkt

Im Burgenland nehmen etwa gleich viele Mädchen wie Burschen Nachhilfe in Anspruch. Landesrätin Verena Dunst (SPÖ) will deshalb in einem Pilotprojekt in den letzten zwei Ferienwochen Nachhilfe anbieten. "Diese wird vom Familienreferat finanziert und an mehreren Standorten im Burgenland durchgeführt. Es wird sozial gestaffelte Tarife geben", kündigte Dunst an.

Kritik an der Umfrage kam von der ÖVP: Dass die Ergebnisse ursprünglich für Ende April angekündigt gewesen seien, um jetzt medienwirksam zwei Wochen vor der Wahl präsentiert zu werden, entlarve die SPÖ, erklärte ÖVP-Landesgeschäftsführer Christian Sagartz in einer Aussendung.

Verband ortet Missbrauch der Eltern

Kritik kommt auch vom Landesverband der Elternvereine an öffentlichen Schulen im Burgenland: "Der anfängliche Verdacht hat sich bestätigt: Die Eltern wurden für eine Scheinbefragung missbraucht", erklärte der Vorsitzende des Verbandes, Alfred Handschuh, in einer Aussendung zu den Ergebnissen.

"Es macht mich traurig, dass die Elternvertreter hier nicht eingebunden wurden. Erneut wurde die Schulpartnerschaft mit Füßen getreten", so Handschuh. Das Ergebnis dieser Befragung habe anscheinend bereits vorher festgestanden. "So eine Vorgangsweise kenne ich von anderen Bundesländern nicht. Schade, dass die Schulpartnerschaft nicht ernst genommen wird."

Bereits der Start in diese Befragung sei seiner Ansicht zu hinterfragen gewesen, meinte Handschuh: "Der Landesverband der Elternvereine wurde zwar um Durchsicht der Fragen kontaktiert, unsere Anregungen wurden aber leider nicht eingearbeitet. Obwohl wir innerhalb kürzester Zeit geantwortet haben, konnten unsere Anregungen nicht mehr verwertet werden, weil der Fragebogen anscheinend bereits in Druck war. Diese Vorgangsweise war und ist mehr als bedenklich", stellte Handschuh fest.