Erstellt am 19. August 2016, 15:14

von APA Red

Niessl: Grenzkontrollen setzten zu spät ein. Angesichts des näher rückenden Jahrestages des Fundes von 71 toten Flüchtlingen in einem Kühl-Lkw auf der Ostautobahn (A4) im Burgenland hat Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) das damalige Fehlen von Kontrollen an der Grenze kritisiert.

 |  NOEN, APA

"Ich muss jetzt retrospektiv sagen, dass die Kontrollen zu spät eingesetzt haben", sagte Niessl am Freitag in Eisenstadt vor Journalisten.

Er habe schon vorher monatelang gefordert, an der Grenze zu kontrollieren. "Das wurde nicht gemacht, bis es zu den 71 Toten gekommen ist und dann hat man kontrolliert an der Grenze. Dann erst hat man entsprechende Maßnahmen gesetzt", stellte Niessl fest. Es sei "ganz klar, dass dort, wo man entsprechend kontrolliert, weniger Möglichkeiten für Schlepper bestehen."

Am 27. August 2015 hatten die Behörden in dem in einer Pannenbucht bei Parndorf abgestellten Lkw 71 Leichen entdeckt. Die geschleppten Flüchtlinge waren in dem luftdicht abgeschlossenen Laderaum am Vortag auf ungarischem Staatsgebiet erstickt.