Erstellt am 12. September 2012, 07:02

„Absolute lässt oft übers Ziel schießen“. Umgehört | In elf Gemeinden des Südburgenlands regiert der Ortschef „gegen“ den Gemeinderat.

REGION | Litzelsdorf (neun ÖVP gegen acht SPÖ und zwei SPÖ) hat einen, Stinatz (neun ÖVP gegen 10 SPÖ) auch und Mogersdorf (acht ÖVP gegen elf SPÖ) sowieso. Die Rede ist von einem sogenannten „Bürgermeister ohne Mehrheit“.
Auch wenn es oft schwierig ist, Mehrheiten zu finden, hält ÖVP-Bürgermeister Josef Korpitsch (Mogersdorf) die aktuelle Situation für gar nicht mal so schlecht: „Sind Bürgermeister mit absoluter Mehrheit ausgestattet, schießen sie oft über das Ziel hinaus. Wir haben in den vergangenen fünf Jahren diszipliniert gearbeitet.“ Nur wenige Vorhaben des ÖVP-Ortschefs wurden nicht umgesetzt, „rund 95 Prozent aller Beschlüsse wurden gemeinsam gefällt“, erzählt Korpitsch, der aber dennoch glaubt, dass er bei der Wahl zulegen wird können: „Wir haben bei den vorangegangenen Wahlen immer dazu gewonnen, dieser Trend wird sich fortsetzen.“

Stärker werden will auch Andreas Grandits (ÖVP, Stinatz): „Natürlich gibt es manchmal Nachteile aufgrund der Situation, weil länger diskutiert wird. Aber wenn alle sachlich bleiben, gibt es kaum Probleme. Eine absolute Mehrheit ist aber dennoch hilfreich.“
Ähnlich argumentiert Peter Fassl, ÖVP-Bürgermeister in Litzelsdorf: „Ich habe kein Problem damit, dass ich keine Mehrheit im Gemeinderat habe. Bei uns steht nicht die Parteipolitik, sondern die Arbeit für den Ort und die Sache im Vordergrund. Deswegen gibt es bei uns auch großteils einstimmige Beschlüsse – weil schon im Vorfeld alles klar gemacht wird. Das ist auch im Sinn der Bevölkerung.“