Erstellt am 11. Dezember 2013, 15:03

Änderungen beim Lehrerdienstrecht geplant. SPÖ und ÖVP kommen den Lehrern beim umstrittenen neuen Dienstrecht entgegen.

 Laut einem der APA vorliegenden Abänderungsantrag für den morgigen Verfassungsausschuss sollen Lehrer der Sekundarstufe 2 (v.a. AHS-Oberstufe, berufsbildende mittlere und höhere Schulen/BMHS), die Schularbeitsfächer unterrichten, künftig um bis zu zwei Stunden kürzer in der Klasse stehen müssen.

Änderung betrifft Sekundarstufe-Pädagogen der Gruppen I und II

Damit beträgt im geplanten Dienstrecht die Lehrverpflichtung zwar wie bisher 24 Stunden. Nach den bis zu zwei Abschlagsstunden für Klassenvorstände (und damit praktisch alle Volksschullehrer), Mentoren und Kustoden sowie für die Tätigkeit als Beratungslehrer gibt es aber weitere Ausnahmen für jene Lehrergruppe, die aufgrund der Erstellung und Korrektur von Schularbeiten den meisten Zeitaufwand hat.

Von der Änderung betroffen sind konkret Lehrer, die in der Sekundarstufe 2 Fächer der Lehrverpflichtungsgruppen I und II unterrichten - das sind etwa Deutsch, Mathematik oder Fremdsprachen.

Fächerzulage sinkt um sechs Euro pro Stunde

Eine Stunde Unterricht in diesen Fächern wird bei der Lehrverpflichtung mit dem Faktor 1,1 bewertet: Wer also an einer BMHS oder einer AHS-Oberstufe nur solche Fächer unterrichtet, muss nur 20 Stunden in der Klasse stehen - nach dem derzeitigen Regierungsvorschlag wären es (inklusive Abschlag für Klassenvorstandstätigkeit etc.) 22 Stunden gewesen. Umgekehrt sinkt die Fächerzulage für diese Gegenstände von 36 auf 30 Euro pro Stunde.

Unterricht in fremden Fächern: Zustimmung nach einem Semester nötig

Weitere Änderungen betreffen den viel kritisierten Einsatz von Lehrern in fachfremden Gegenständen bzw. an anderen Schultypen. Der Abänderungsantrag sieht vor, dass nach einem Semester (fachfremder Gegenstand) bzw. einem Jahr (anderer Schultyp) der jeweilige Pädagoge zustimmen muss.

Außerdem sollen ab 2029 nur mehr Personen mit Master-Ausbildung an den Schulen unterrichten dürfen. Bis dorthin gilt die Regelung, dass auch Bachelor-Absolventen in den Klassen stehen dürfen, wenn sie sich verpflichten, innerhalb von fünf Jahren den Master nachzumachen.

Gewerkschafter erkennen "Schritte in die richtige Richtung"

Die Lehrergewerkschafter sehen in den geplanten Änderungen beim Lehrerdienstrecht zwar "Schritte in die richtige Richtung". "Ein attraktives Dienstrecht haben wir aber noch nicht erreicht", betonte Lehrer-Chefverhandler Paul Kimberger (FCG) gegenüber der APA. "Wahrscheinlich wird es ein beschlossenes Gesetz geben, das vor In-Kraft-Treten zu novellieren ist."

Im Detail wollte sich Kimberger zu den vorgeschlagenen Änderungen nicht äußern. "Nicht akzeptabel" nannte er es aber, dass Volksschullehrer in der vierten Klasse - anders als Lehrer an Hauptschulen und AHS-Unterstufen - keine Fächerzulagen für Schularbeitsgegenstände bekommen sollen. "Das ist auch eine Gerechtigkeitsfrage."