Erstellt am 11. März 2012, 12:30

Ärztekammer befürchtet Ärztemangel. In Österreich gibt es mehr Ärzte denn je, mehr als 40.000 sind dieser Tage in den Ärztekammer-Wahlen der Bundesländer zur Wahl ihrer Standesvertretungen aufgerufen.

Dennoch warnt die Ärztekammer immer wieder vor Nachwuchsmangel. Vor allem für Landpraxen fänden sich immer weniger Nachfolger. Beim Hauptverband der Sozialversicherungsträger zeigt man für diese Klage wenig Verständnis.

Ein Blick auf die von der Kammer an die Statistik Austria gelieferten Daten weist für das Jahresende 2010 den Rekordstand von exakt 40.103 berufsberechtigten Ärztinnen und Ärzten in Österreich aus. Im Vergleich zu 1970, als nur 12.438 fertige Mediziner gezählt wurden, ist das ein Zuwachs von 222 Prozent. Die Einwohnerzahl Österreichs nahm in diesen 40 Jahren nur um zwölf Prozent zu.

Für Ärztekammer-Präsident Dorner ist all dies auf die Zeiten vor den 2005 geschaffenen Zugangsbeschränkungen zum Medizinstudium zurückzuführen. Er befürchtet einen Rückgang bei den Absolventenzahlen (den man an der Medizin-Uni in Wien bisher noch nicht registriert hat, Anm.), dann drohe ein Mangel an Jungärzten, sagte er auf APA-Anfrage. Derzeit wiederum würden wegen langer Turnus-Wartezeiten viele junge Ärzte ins Ausland abwandern.

Dorner beharrt auch darauf, dass es trotz steigender Ärztequote für viele Landarztpraxen keine Nachfolger gibt. Es existierten zu wenige Förderungen von Land und Bund für die Landärzte. Sie müssten oft die Lehrpraxis für die auszubildenden Jungärzte selbst finanzieren, begründete auch Martin Andreas, Wiener Ärztekammerreferent für arbeitslose Ärzte, den Mangel.

Hauptverbands-Chef Schelling will all das nicht gelten lassen. Nachfolger-Probleme bei Landpraxen gebe es höchstens in Einzelfällen, generell sei das Interesse am Medizinstudium höher denn je, hatte er kürzlich erklärt.