Erstellt am 27. Februar 2013, 13:39

Ärztekammer befürchtet "Landarztsterben". Die Österreichische Ärztekammer befürchtet einen starken Mangel an Landärzten in den kommenden Jahren.

Immer weniger Jungmediziner würden sich um eine Stelle als Landarzt bewerben, gleichzeitig gehe ein Viertel aller derzeitigen Landärzte in den nächsten fünf Jahren in Pension, warnte Ärztekammer-Präsident Wechselberger. Der Beruf müsse im Rahmen der Gesundheitsreform attraktiver gemacht werden.

Wechselberger denkt etwa an flexiblere Arbeitszeitmodelle und leistungsgerechte Honorarsysteme. "Die Bereitschaft, Landarzt zu werden, sinkt", sagte Wechselberger. Viele Stellen müssten mehrfach und österreichweit ausgeschrieben werden und könnten vereinzelt auch in attraktiv gelegenen Gemeinden nicht nachbesetzt werden. Junge Mediziner würden oft auf das urbane Leben, dass sie während dem Studium in der Stadt kennengelernt haben, nicht verzichten wollen. Um die Zukunft der Landmedizin sicherzustellen, müsse der Beruf familienfreundlicher gestaltet werden und eine bessere Work-Life-Balance bieten, so Wechselberger.

Obwohl der Frauenanteil in der Medizin stark steigt, sind die meisten Landärzte männlich. "Wir müssen weg von männerdominierten Voraussetzungen", sagte Wechselberger. Er forderte liberale Formen der Zusammenarbeit, etwa durch geteilte Kassenverträge, zumutbare Bereitschaftsdienstregelungen und bessere Möglichkeiten zur Kinderbetreuung.

Die derzeit 1.563 Landärzte, das sind 40 Prozent aller Kassen-Allgemeinmediziner, versorgen 43 Prozent der Bevölkerung. Als Landarzt gilt, wer als Allgemeinmediziner mit Gebietskrankenkassenvertrag in einer Gemeinde mit bis zu 3.000 Einwohnern tätig ist oder wer als einer von maximal zwei Kassenallgemeinmedizinern in einer Gemeinde eine Ordination betreibt.