Erstellt am 16. Februar 2012, 12:25

Ärztekammer bezweifelt Einsparungen durch ELGA. Die Ärztekammer hegt Zweifel an den versprochenen Einsparungen, die die Elektronische Gesundheitsakte (ELGA) bringen soll. Statt 129 Mio. Euro pro Jahr ab 2017, wie vom Gesundheitsministerium versprochen, seien nur 22 Mio. Euro zu erwarten, erklärten die Kammer-Präsidenten Walter Dorner (Ärzte) und Klaus Hübner (Wirtschaftstreuhänder).

Die Kosten-Nutzen-Analyse des Ministeriums wertete Dorner als schlampig und dilettantisch, und der beauftragten deutschen Firma Debold & Lux sei bereits der "Totenschein" durch die Unternehmensauflösung im Vorjahr ausgestellt worden. Das ELGA-Gesetz gehöre neu aufgesetzt, man brauche realitätsnahe digitale Austauschsysteme, forderte der Ärztekammer-Präsident. "Wenn man es so ins Parlament bringt, wird es einen Wirbel geben."

Hübner hat in seiner Kanzlei die Daten des Ministeriums nachrechnen lassen, dabei seien gravierende Mängel gefunden worden. Es seien falsche Referenzzahlen herangezogen worden und etwa bei Spitälern nicht nur die variablen Kosten, sondern auch die Fixkosten als einsparbar dargestellt worden. "Das Gutachten ist aus meiner festen Überzeugung keinesfalls stimmig, keinesfalls nachvollziehbar", sagte Hübner.