Erstellt am 06. November 2013, 12:54

Ärztekammer fordert Zugangsregeln für Ambulanzen. Die Ärztekammer drängt weiter auf bessere Arbeitsbedingungen für Spitalsärzte und forderte eine Beschränkung des Zugangs zu den Spitalsambulanzen.

Zur Entlastung der überlaufenen Ambulanzen müsse der Zugang limitiert werden, forderte Ärztekammer-Vize Harald Mayer am Mittwoch. Als eine Möglichkeit dazu nannte er die vor einigen Jahren abgeschaffte Ambulanzgebühr.

Keine großen Erwartungen an Gesundheitsreform

Wenn es etwas Gescheiteres als die Gebühr gebe, um den Zugang zu regeln, wäre es ihm lieber, sagte Mayer. Bisher habe aber niemand einen besseren Vorschlag gemacht. Der Spitalsärztevertreter verweist darauf, dass Geld "ein gewisses Regulativ" sei.

Über die Höhe einer solchen Gebühr hat sich Mayer noch keine konkreten Gedanken gemacht, vorstellbar wäre für ihn eine bestimmter Prozentsatz der Kosten. Auch über die Einführung eines Selbstbehaltes durch die Gebietskrankenkassen, ähnlich wie bei den Beamten, denkt er nach.

Von der derzeit in Umsetzung befindlichen Gesundheitsreform erwartet sich Mayer nicht viel. Die Zielsteuerungsverträge seien "auf dem Papier sehr schön". Aber: "Das ist ein Papiertiger, der - wenn aus ihm etwas werden soll - noch sehr viel Pflege und Adaption nötig hat."

Forderung nach einer maximalen Arbeitszeit bekräftigt

Zur Entlastung der Spitalsärzte bekräftigt Mayer die Forderung nach einer maximalen Arbeitszeit von 25 Stunden in einem Stück statt der derzeit erlaubten 32 bzw. 49 Stunden am Wochenende. Das Wiener AKH hat die 25 Stunden zwar bereits mittels Betriebsvereinbarung erreicht. Mayer verlangt jedoch eine gesetzliche Regelung für alle Spitäler. Er argumentiert, dass ein ausgeruhter Arzt auch ein wesentlicher Teil der Qualität sei.

Mayer verweist darauf, dass junge Ärzte "in Scharen" nach Deutschland abwandern, weil dort die Arbeitsbedingungen besser seien. Derzeit würden bereits rund 3.000 österreichische Ärzte im Nachbarland arbeiten - Tendenz steigend. Und der Ärztekammer-Vertreter kann es ihnen auch nicht verdenken: "Recht haben sie."

Schlechte Arbeitsbedingungen für Ärzte: Muss man die Mediziner entlasten bzw. wie kann man sie am besten entlasten?
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