Erstellt am 11. September 2013, 13:06

Ärztekammer warnt vor Mangel an Landärzten. Die Ärztekammer hat ihre Warnung vor einem Mangel an Landärzten bekräftigt und die künftige Regierung zu einer Lösung des Problems aufgefordert.

"Es brennt wirklich", sagte der Obmann der Allgemeinmediziner, Gert Wiegele in einer Pressekonferenz mit Präsident Artur Wechselberger. Das System der Landärzte "droht zu sterben".

Familienfreundlichere Arbeitsbedingungen gefordert

Während es früher Wartelisten gab, könnte die Stellen für Landärzte heute in vielen Gemeinden nicht mehr nachbesetzt werden, berichtete Wechselberger. Und das Problem drohe sich dramatisch zu verschärfen, weil in den nächsten fünf bis zehn Jahren rund die Hälfte der Landärzte in Pension gehen werde.

Die Ärztekammer macht vor allem die Arbeitsbedingungen dafür verantwortlich, dass sich immer weniger Jungmediziner für den Beruf des Landarztes entscheiden. Die Standesvertretung fordert daher vor allem familienfreundlichere Arbeitsbedingungen, damit der Beruf auch für Frauen attraktiv ist.

Dazu gehören flexible Arbeitszeitmodelle mit zumutbaren Bereitschaftsdienste an Wochenenden und Abenden, flexible Formen der Zusammenarbeit und Kooperationsmodelle wie Timesharing und Gruppenpraxen.

Kammer sprach mit Kandidaten aller Parteien

Die Ärztekammer fordert, dass angehende Allgemeinmediziner künftig ein Jahr in einer Lehrpraxis verbringen müssen und dies öffentlich finanziert wird. Die Ärztekammer hat auch die Kandidaten aller Parteien gefragt, inwieweit sie ihre Forderungen zur Förderung der Landmedizin unterstützten. Die SPÖ-Kandidaten hätten auf ein Zusammenwirken der Vertragspartner mit der Landes- und Gemeindepolitik verwiesen.

ÖVP-Gesundheitssprecher Rasinger habe sich für eine bessere Honorierung und für Arbeitserleichterungen ausgesprochen. Sein Grüner Kollege Grünewald habe für ein Bonussystem für Landärzte plädiert. FPÖ, BZÖ und Team Stronach hätten die Forderung der Ärztekammer grundsätzlich unterstützt.