Erstellt am 15. Mai 2013, 13:42

Ärztekammer will kürzere Dienste für Spitalsärzte. Die Bundeskurie Angestellte Ärzte in der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) fordert erneut eine Verkürzung der Dienstdauer in den Spitälern auf 25 Stunden.

"Die derzeit erlaubten Dienste von bis zu 49 Stunden am Stück sind eine potenzielle Gefahr für die Gesundheit der Ärzte und der Patienten", sagte ÖÄK-Vizepräsident Harald Mayer bei einer Pressekonferenz am Mittwoch.

Einzelne Dienste dürfen derzeit nicht länger als 32 Stunden dauern, Wochenenddienste sind mit 49 Stunden limitiert. Zu lange durchgehende Dienstzeiten führten zu Demotivation, erhöhten Herzfrequenzen und erhöhtem Blutdruck, so Mayer.

Bei mehr als 24 Stunden Dienst wie 0,8 Promille Alkohol

Laut einer Untersuchung an der Universität Innsbruck im Jahr 2009 haben Ärzte die länger als 24 Stunden im Dienst sind, eine verlangsamte Reaktionsfähigkeit - so, als hätten sie 0,8 Promille Alkohol im Blut. "Niemand würde zu einem Taxifahrer ins Auto steigen, der 45 Stunden lang nicht geschlafen hat, warum also ist es bei Ärzten erlaubt?", empörte sich Karlheinz Kornhäusl, stellvertretender Obmann der Bundeskurie Angestellte Ärzte.

Vor allem Ärzte, die sich in Ausbildung befinden, seien von überlangen Dienstzeiten betroffen, sagte Kornhäusl. Eine Untersuchung des Kontrollamts Anfang des Jahres habe ergeben, dass zwei Drittel der Turnusärzte unter Arbeitszeitüberschreitungen leiden, so Kornhäusl. Die Balance zwischen Arbeit und Freizeit sei nicht gegeben.

Zwar gebe es in einigen Spitälern Betriebsvereinbarungen, die eine höchstzulässige Dienstdauer von 25 Stunden gewährleisten, aber eine flächendeckende Regelung fehle. Laut dem Sozialministerium scheitere eine bundesweite gesetzliche Regelung vor allem am Widerstand der Länder Niederösterreich und Oberösterreich, die Kostenerhöhungen befürchten, sagte Mayer. Eine im Jahr 2011 angekündigte Novelle zum Krankenanstaltenarbeitszeitgesetz zur Arbeitszeitverkürzung ist bis jetzt nicht zustande gekommen.