Erstellt am 13. September 2013, 11:13

AHS-Lehrer machen Stimmung gegen "Riesensparpaket". Die mit Beginn des Schuljahrs gestartete Informationsoffensive für (Ministerium) bzw. gegen (Gewerkschaft) die von der Regierung geplante Reform des Lehrerdienstrechts ist am Donnerstagabend in die nächste Runde gegangen.

Bei einem "Informationsabend" machte der oberste AHS-Lehrervertreter Eckehard Quin (FCG) im Sitzungssaal der GÖD Stimmung gegen das "Riesensparpaket".
 
Für Raunen sorgten unter den Zuhörern unterdessen die von Quin geschilderten negativen Auswirkungen des Gesetzesentwurfs, der Mitte August von der Regierung trotz fehlender Sozialpartner-Einigung in Begutachtung geschickt worden war.

Quin: 40 Prozent mehr Arbeit, an Abendschulen sogar 87 Prozent

In den kommenden zwei Wochen soll an den AHS u.a. in Dienststellenversammlungen über die Folgen informiert werden, dementsprechend waren neben einigen Junglehrern vor allem ältere Lehrer aus der Personalvertretung vor Ort.

So müssten laut Quin Bundeslehrer (AHS, berufsbildende mittlere und höhere Schule/BMHS) durch die vorgesehene Anhebung der Unterrichtsverpflichtung (24 statt bisher 20 bis 22 Stunden) bis zu 40 Prozent mehr Arbeit leisten, an Abendschulen wären es gar bis zu 87 Prozent - langfristig würden dadurch 15.000 Lehrerposten eingespart.

Politische Willkür bei Neuregelung der Direktorenbestellung befürchtet

Der Vorschlag der Regierung, dass für Klassenvorstands- bzw. Mentorentätigkeit jeweils eine Stunde weniger Unterricht anfallen soll, ist für Quin keine Verbesserung.

Zudem befürchtet Quin, dass die Neuregelung der Direktorenbestellung (Befristung auf fünf Jahre, bei Kleinschulen "Bestellung durch Handauflegen des Dienstgebers" statt Auswahl in Assessments) politische Willkür bringe.

Die Mehrarbeit und der Entfall von "fast allen" Zulagen bedeutet für AHS- und BHS-Lehrern laut dem Gewerkschafter wiederum über das gesamte Berufsleben einen Verlust von durchschnittlich einer halben Million, für den Staat indes im Endausbau Einsparungen von einer halben Milliarde Euro pro Jahr.