Erstellt am 05. Oktober 2012, 13:11

Aktionen der Parteien zum Equal Pay Day. Frauen in Österreich verdienen noch immer deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen: Männer haben bis zum Equal Pay Day 2012, der am morgigen Samstag österreichweit stattfindet, bereits soviel verdient, wie Frauen bis zum Jahresende.

Die SPÖ-Frauen und die Grünen wollen mit Aktionen darauf aufmerksam machen.

Schon seit Montag findet eine Aktionswoche der Wiener Grünen für gleiches Einkommen, Equal Pay, in ganz Wien statt: "Mehr Geld für Frauen, sofort!" lautet das Motto. Dabei weisen die Grünen Frauen auf die Ungerechtigkeit bei den Einkommensunterschieden zwischen Männern und Frauen in Österreich hin. Je nach sozialer Stellung und Funktion würde die Lohnschere zwischen 5,3 Prozent bei den Beamten und 37,7 Prozent bei den Angestellten betragen, hieß es. "Je besser die Ausbildung, umso mehr verschärft sich der Unterschied", betonte Wurzer und wies darauf hin, dass der Einkommensnachteil von Frauen mit 38,9 Prozent am größten im Bereich der Führungskräfte ist.

Die SPÖ-Frauen wollten die Einkommensschere zwischen Männern und Frauen einem Reality-Check unterziehen und luden in Wien Ottakring Passanten zu einer Gehaltsoffenbarung ein. Bei der Aktion mit Frauenministerin Heinisch-Hosek wurden Passanten gebeten, ihr Einkommen in ein Diagramm einzutragen, um so den Unterschied zwischen Männern und Frauen sichtbar zu machen.

Es sei erfreulich, dass der Equal Pay Day heuer drei Tage später stattfindet als im Vorjahr, so Heinisch-Hosek. Von einer Einkommensgleichheit sei man aber noch weit entfernt.

Vonseiten der Politik seien die Hausaufgaben gemacht, verwies Heinisch-Hosek auf diverse Maßnahmen, die in den letzten Jahren gesetzt wurden. Jetzt seien die Wirtschaft und die Frauen selbst gefragt. Frauen müssten dazu ermutigt werden, "zu fordern, was sie wert sind", so Heinisch-Hosek.

Auf eine genaue Zeitangabe, bis wann Gehaltsgleichheit erreicht sein wird, wollte sich die Ministerin nicht einlassen. Sie betonte aber einmal mehr, dass sie strikt gegen eine Anhebung des Frauenpensionsalters sei, so lange die Einkommensunterschiede nicht beseitigt seien.