Erstellt am 02. Dezember 2015, 04:33

von NÖN Redaktion

Alkohol-Streit im Landtag. LBL fordert Alkoholverbot und Anwesenheitspflicht im Vorfeld der Zwei-Tages-Sitzung. Andere Fraktionen zeigen sich empört.

Leere Reihen. Zu lange Pausen an langen Sitzungstagen? Foto: BVZ  |  NOEN, BVZ
Über die zweitägige Landtagssitzung im Dezember macht sich LBL-Abgeordneter Manfred Kölly jetzt schon Gedanken: „Da ist in den Büros ausg’steckt und Halli-Galli. Im Buffet darf kein Alkohol mehr ausgeschenkt werden, in den Klubs dafür scheinbar umso mehr.“

Deshalb bringt die LBL zwei Anträge ein: Neben dem Alkoholverbot soll für die Mandatare auch eine Anwesenheitspflicht gelten.

„Eindruck, dass Kölly einen in der Krone hat“

In beiden Fällen winken die anderen Fraktionen ab und verweisen auf die Eigenverantwortung der Abgeordneten. Was den Vorwurf des Alkoholkonsums angeht, verwehrt sich Landtagspräsident Christian Illedits gegen den „eigenartigen Generalverdacht“: „Dem Landtag hat Kölly damit einen Bärendienst erwiesen. Ich habe keine diesbezüglichen Beobachtungen gemacht.“

SPÖ-Klubchef Robert Hergovich meint: „Herr Kölly könnte mit gutem Beispiel vorangehen.“ FP-Klubobmann Gerhard Kovasits: „Das scheint mir nicht mit den Klubs zusammenzuhängen. Herr Kölly hat gar keinen Klub und trotzdem hat man manchmal den Eindruck, dass er einen in der Krone hat.“ Kölly warnt seinerseits vor Verdächtigungen: „Scheinbar fühlen sich einige angesprochen und sollten sich in den eigenen Reihen umsehen.“

„Eine absolute Unterstellung“ ist der Alkohol-Vorwurf für ÖVP-Klubchef Christian Sagartz: „Das weise ich für meine Mandatare aufs Schärfste zurück.“ Und Grünen-Abgeordnete Regina Petrik meint: „Mir ist noch kein betrunkener Kollege untergekommen, nicht während einer Landtagssitzung. Und Unsinnigkeiten werden auch ohne Alkohol gesprochen.“